3500 Wörter über das Podcasten

Podcasts sind in aller Ohren.

[Oh man, verzeiht mir diesen schlechten Wortwitz. Ich muss mich wieder ans Bloggen gewöhnen.]

Mich hat das Podcast-Fieber zugegebenermaßen recht spät erwischt. Das liegt vor allem daran, dass ich beim Lernen ein visueller Typ bin und es mir relativ schwerfällt, Informationen ausschließlich akustisch zu verarbeiten. Deshalb musste ich beispielsweise in Vorlesungen immer mitschreiben, um mir die Inhalte gut merken zu können. (Zu meinen Mitschreib-Tipps geht’s hier)

Mittlerweile habe ich Podcasts jedoch schätzen gelernt und höre sie gern im Bus, beim Kochen oder Putzen. Gerade bei Interview-Podcasts geht es ja eher darum, eine Idee vom Thema zu bekommen oder Inspiration mitzunehmen. So viel Konzentration wie für eine Vorlesung ist da nicht nötig 😉

Seit ein paar Wochen gehöre ich nicht nur zu den Konsumentinnen, sondern auch zu den Produzentinnen eines Podcasts. (Naja, streng genommen hatte ich schon letztes Jahr einen Podcast für mein Projekt Sprache ist Integration gestartet, aber das war mehr aus dem Impuls heraus, ein paar Themen lieber besprechen als niederschreiben zu wollen… Also zähle ich das nicht als richtigen Podcast.)

Der ‚richtige‘ Podcast ist Teil meiner Masterarbeit, von der ich schonmal erzählt habe. Für die Masterarbeit sprechen Luisa und ich mit Vereinen und Hochschulgruppen über Kommunikationsthemen. Vor ein paar Wochen haben wir beschlossen, diese Interviews als Podcast zu veröffentlichen. Wir versprechen uns davon, den gleichen Arbeitsaufwand wie bei der üblichen Vorgehensweise zu haben (Gespräch transkribieren oder Notizen ausformulieren vs. Gespräch aufnehmen und schneiden), aber ein viel cooleres und „teilenswerteres“ Ergebnis zu erhalten.

In diesem Beitrag möchte ich ein bisschen reflektieren, wie wir unseren Podcast geplant und umgesetzt haben. Zum Podcasting gehört eine ganze Reihe an Aspekten und Entscheidungen, die ich zum einen als Konsumentin fremder Podcasts wahrnehme und zum anderen als Produzentin jetzt vielleicht ein bisschen anders sehe.

Dieser Text dient mir hauptsächlich als Brain Dump und Gedankenspeicher für später. Aber vielleicht kann auch die ein oder andere Person ein paar Anstöße für ihren eigenen Podcast mitnehmen 😊

Im Verlaufe der Überlegungen nenne ich einige Positiv- und ein paar Negativbeispiele. Eine Liste der erwähnten Podcasts findet ihr ganz unten. Wenn ihr keinen Bock aufs Lesen habt, hört stattdessen direkt in unseren neuen Podcast rein: erzähl davon – der Podcast für gute Kommunikation im Ehrenamt!


Podcast-Host

Mit oder ohne Gast?

Es gibt verschiedene Arten, wie man seinen Podcast hosten kann: Alleine (Solo), zu mehreren oder mit einem Gast pro Folge.

Ich denke jedoch nicht, dass man sich auf einen Modus festlegen muss. Gerade Podcasts sind ein sehr dankbares Medium für Abwechslung.

Ein Beispiel: Marit Alke hat ihren Podcast als Solo-Podcast mit einer mehrteiligen Einsteigerreihe gestartet, was sie sehr gut gemacht hat. Nach der Reihe ist sie dazu übergegangen, Gäste zu interviewen. Ab und zu streut sie noch eine Solo-Folge ein.

Abgesehen von den sehr auf Wissensvermittlung angelegten Podcasts kann man natürlich auch etwas künstlerischer an die Sache rangehen – so wie Corinne, die in ihrem Unbeschrieben-Podcast die Entstehung ihres ersten Buchs begleitet und gerne mal ein paar Audioschnipsel als Collage einfügt.

 

Ton/Stimmung

In welchem Ton die Hörerinnen und Hörer angesprochen werden, ist wohl vor allem eine Frage der Zielgruppe. Seriös und ruhig? Freundschaftlich und humorvoll?

Mir ist beides Recht – solange man zum Punkt kommt. Gerade wenn es mehrere Hosts gibt, die gut miteinander befreundet sind, kann es schonmal zu Albernheiten und Insiderwitzen kommen.

Bei einem Podcast zu einem eigentlich eher trockenen Thema (Fremdsprachenerwerb und -vermittlung) ging mir der Offtopic-Smalltalk zwischen den drei Hosts sogar so sehr auf die Nerven, dass ich den Podcast gar nicht mehr angehört habe: Tea with BVP. Zu Bills Verteidigung: Der Host Bill VanPatten bezeichnet sich selbst als „researcher by day and comedian by night”. Seine Art trifft wohl einfach nicht meinen Humor.

Konzept & Verpackung

Name

Der Name für den eigenen Podcast ist natürlich eine individuelle Entscheidung. Abgesehen von dem Rat, einen selbsterklärenden Namen mit den zentralen Schlagwörtern seines Themas zu nehmen, gibt’s da nicht so viel zu sagen.

Wichtiger ist meiner Meinung nach der Name der einzelnen Episoden – denn dieser entscheidet darüber, ob ich die Folge herunterlade und anhöre oder eben nicht. Manche Podcaster benennen ihre Episoden nach dem Muster Podcastname oder -kürzel | Episodennummer | Interview with Vorname Nachname | Thema. Das ist ungeschickt, wenn die Podcast-App nur den ersten Teil anzeigt und man das Thema gar nicht mitbekommt. Der Name des Interviewgastes allein sagt mir in den meisten Fällen eben noch nicht, worum es geht und ob mich die Folge interessiert.

Schlechtes Beispiel: Making the Entrepreneur / Gutes Beispiel: Being Boss

Besser ist es daher, bei seiner Episodenbenennung das Thema möglichst weit vorne zu nennen.

Erscheinungsfrequenz

Ähnlich wie bei Blogs ist Regelmäßigkeit beim Podcasten wichtig. Bei vielen Podcasts, die ich höre, hat sich eine Frequenz von einer Folge pro Woche eingebürgert. Darauf haben wir uns auch beim erzähl davon-Podcast geeinigt. Mir erscheint das gut machbar und auch für die HörerInnen angenehm – gerade, wenn man einen festen Veröffentlichungstag hat. Die Mädels von The Strategy Hour veröffentlichen sogar drei Mal pro Woche. Zum on-the-go-Planen, Aufnehmen und Bearbeiten wäre mir das viel zu stressig. Man müsste also im Voraus einen Puffer schaffen und Episoden auf Vorrat anlegen. Bei manchen Themen mag das gut funktionieren; wenn es irgendwie aktuellen Bezug hat, sind Folgen dann aber womöglich schon veraltet, wenn sie rauskommen.

 

Länge

Die Länge ist ein schwieriges Thema: Ich persönlich lade Episoden, die kürzer als 10 oder länger als 70 Minuten sind, gar nicht erst runter. Sehr kurze Episoden haben mich mehrfach enttäuscht, da sie (wenn man die Minuten für Intro, Begrüßung, Verabschiedung, Call to Action und Outro abzieht) meistens nur sehr wenig tatsächliche Substanz enthalten. Es gibt da beispielsweise einen Podcaster, der in 10-15 Minuten langen Episoden gerne Tipps weitergibt, die ich problemlos in weniger als einer Minute zusammenfassen könnte. Für manche mag es hilfreich sein, ein Thema sehr langsam, mehrfach und mit Beispielen zu besprechen… Ich finde es nur nervig bzw. fühle mich dann verarscht.

Lange Podcasts hingegen schrecken mich ab, weil ich gerne meine Podcasts in einem Rutsch höre, also zum Beispiel auf dem Weg von meiner Wohnung zu einem Termin. Es fällt mir schwer, bei Podcasts nach einer Unterbrechung wieder „reinzukommen“, da man den vorherigen Teil ja nicht wie bei einem Blogartikel scannen kann. Die ideale Länge liegt für mich zwischen 20 und 50 Minuten. Für erzähl davon waren wir uns schnell einig, lieber kurze und knackige Folgen zu produzieren, als unseren HörerInnen mit Gelaber auf die Nerven zu gehen.  Unsere Null- und Vorstellungsfolgen sind erstaunlich kurz geworden; die Interviewfolgen mit unseren Gästen dauern bisher immer knapp 20 Minuten. Ein paar Minuten länger könnte es dann doch noch sein; aber besser zu kurz als zu lang.

 

Seasons & Formate

Die meisten mir bekannten Podcasts sind fortlaufende Projekte, die irgendwann angefangen wurden und irgendwann enden werden, wenn die ProduzentIn keine Zeit, Lust oder Ideen mehr hat.

Was bei Fernsehserien gang und gebe ist, kann man aber auch auf Podcasts übertragen: Staffeln! Das stelle ich mir insbesondere bei fiktionalen Podcasts praktisch vor; sowie bei Solo-Podcasts, bei denen man die Inhalte gut im Voraus planen kann und den Seasons dann unterschiedliche Ausrichtungen geben kann.

Wir haben für unseren Podcast keine Staffeln angesetzt, sondern einige Episoden vorproduziert und verlassen uns eben jetzt darauf, weitere Interviewpartner kennen zu lernen. Für den Fall, dass wir mal eine Woche leer dastehen, haben wir uns als Alternative ein paar Themen herausgesucht, zu denen wir auch alleine oder zu zweit sprechen können. Wir könnten zum Beispiel nach ein paar Folgen ein Resümee zum Podcast ziehen oder erklären, in welchen Schritten unser Podcast genau entsteht.

Die Abwechslung zwischen verschiedenen Formaten (z.B. Interview und Solo-Folge) habe ich schon bei einigen Podcasts gesehen. Negativ fände ich sie nur, wenn sie dann mit „Gelaber“ gefüllt werden. Wenn man nichts zu sagen hat, einfach mal… eine Woche ausfallen lassen.

Die Mädels vom Being Boss Podcast haben eine klare Trennung zwischen den Full Episodes (ca. 60 Minuten Interview mit Gast) und den Minisodes (ca. 5-20 Minuten), in denen sie zu zweit oder einzeln Input zu einem bestimmten Thema geben. Das finde ich cool, denn so weiß ich schon vorm Herunterladen, was mich ungefähr erwartet.

 

Podcast-Hoster und Abo-Möglichkeiten

Bloggerinnen und Blogger wissen bereits, was ein Hoster ist – quasi ein Lieferant für den Speicherplatz im Web.

Wenn man einen Podcast veröffentlichen möchte, braucht man für seine fertigen Audiodateien einen Ort zum Ablegen. Von dort wird dann ein RSS-Feed erstellt, mit dessen Hilfe dann wieder die Podcast-Apps oder auch iTunes die Infos und Episoden beziehen.

Einige Möglichkeiten zum Hosten sind spezielle Podcast-Hosting-Dienstleister wie podcaster.de und libsyn.com, das Hosting bei der Musikplattform soundcloud.com oder die Nutzung des eigenen Webspaces mit Hilfe eines Plugins für WordPress.

Wir haben uns für letzteres entschieden. Zum einen sparen wir uns so die zusätzlichen Hostinggebühren, zum anderen wollte ich ausprobieren, ob es so einfach ging, wie das Tutorial versprach. Bisher sind wir absolut zufrieden! Podlove ist einfach einzurichten und zu bedienen. Wenn man den WordPress-Editor für Beiträge kennt, ist das Anlegen der Folgen ein Kinderspiel.

Egal wo und wie man dann letztendlich hostet: für maximale Sichtbarkeit ist es wichtig, dass der Podcast von iTunes und anderen Podcatchern (=Programmen zum Abruf von Podcasts) gefunden wird. Im Falle von iTunes muss man den Podcast einreichen, gegebenenfalls auftauchende Fehler korrigieren und die Überprüfung durch Apple abwarten. Die hat bei uns erstaunlicherweise nur einen halben Tag gedauert! (Wir hatten uns auf eine Wartezeit von mehreren Tagen eingestellt.. Aber hey, wir beschweren uns natürlich nicht!)

Apple-NutzerInnen haben die Podcast-App seit irgendeinem Update automatischen auf ihren iPhones. Für Android gibt es diverse Apps. Ehrlich gesagt hat mir die erste, die ich ausprobiert habe (Podcast Addict), gleich gut gefallen. Einen differenzierten Vergleich verschiedener Apps kann ich an dieser Stelle daher nicht liefern, sorry.

Von den Podcasts, die ich verfolge, kann ich nur einen einzigen, The Great eCourse Adventure, mit meiner App nicht abrufen. Da er bei Soundcloud gehostet wird und ich die Soundcloud-App eh für Musik benutze, könnte ich ihn mir auch dort oder eben im Browser anhören. Es ist also kein Drama oder No-Go, aber dennoch siegt natürlich im Zweifelsfall die Bequemlichkeit. Man sollte es seinen zukünftigen HörerInnen so einfach wie möglich machen, den Podcast zu verfolgen.

Apropos einfach: Manche versehen ihre Podcast-Folgen zusätzlich mit einem Standbild und laden sie als Video bei YouTube hoch. Das macht es natürlich auch Leuten, die sonst keine Podcasts verfolgen, einfach. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass YouTube eine mächtige Suchmaschine ist. Mariah und Megan von der Femtrepreneur Show nehmen bei ihrer Podcastaufnahme auch das Video auf. Wer die beiden also sehen will, kann sich ihre YouTube-Videos ansehen. Ansonsten gibt’s den Podcast in der Audio-only-Version auch ganz normal bei iTunes und Co.

Inhalt

Intro und Outro

Intro und Outro sind quasi die akustische Visitenkarte eines Podcasts. Bei einem eingängigen Intro (mit Musik) weiß man gleich, woran man ist – ähnlich wie beim Tagesschau-Gong oder dem Intro der Lieblingsserie. Zusätzlich zur Musik wird oft der Name des Podcasts und/oder eine Tagline aufgesagt. Diese lautet bei uns „erzähl davon – der Podcast für gute Kommunikation im Ehrenamt“. Wir haben uns Mühe gegeben, einen Satz zu texten, der die Kernbotschaft des Podcasts und des gesamten Projekt möglichst kurz zusammenfasst.

Was ich hingegen total ätzend finde: Intros, die in anderthalb Minuten (!) die komplette Businessgeschichte der Gründerinnen herunterrattern. So machen es zum Beispiel die Mädels von The Strategy Hour. Echt ätzend, wenn man mehrere Podcast-Folgen hintereinander hört…  Da bräuchte man die „Skip Intro“-Funktion von Netflix.

Ein passendes Outro ist kein Muss, rundet eine Podcast-Episode aber schön ab.

 

Musik

Die Musik im Podcast ist ein weiteres heikles Thema. Die wenigsten Menschen verfügen über die Fähigkeit, sich mal eben ihre eigene Musik zu erstellen und die Nutzung des neuesten Charthits ist selbstverständlich aufgrund des Urheberrechts, GEMA und Co nicht möglich. Es bleiben also zwei Optionen: Lizenzen von entsprechenden Musikbörsen erwerben oder jemanden dafür bezahlen, individuelle Musik anzufertigen. Beides kompliziert und nicht gerade günstig. Gott Dem fliegenden Spagettimonster sei Dank haben wir in unserem Irgendwas mit Medien-Dunstkreis gleich mehrere Leute, die beruflich Musik komponieren. Unser Intro und Outro wurde von David Janus erstellt, der „mal was für Podcasts ausprobieren“ wollte und unseren Geschmack beim ersten Versuch fast punktgenau getroffen hat. Das hat uns definitiv viel Zeit und Nerven gespart und wir können uns sicher sein, dass unser Sound individuell ist.

 

Gliederung

Gliederung? Wozu? Bei Interview-Podcasts ergibt sich eine Gliederung ja schon von alleine: Begrüßung, Frage, Antwort, repeat, Verabschiedung. Ja, das stimmt, und das ist prinzipiell ja auch ausreichend. In manchen Podcasts wird jeweils nochmal eine Begrüßung vor- und eine Verabschiedung nachgeschaltet. Diese werden nach dem eigentlichen Interview aufgenommen und fassen den Inhalt der Folge zusammen. In der Begrüßung werden die Themen genannt, um die es geht und warum das für die HörerInnen interessant ist. In der Verabschiedung kann man die wichtigsten Punkte, die man gelernt hat, zusammenfassen. Das macht zum Beispiel Janelle von Zen Courses sehr schön.

Luisa und ich haben uns vorgenommen, ebenfalls eine solche Zusammenfassung mit unseren Learnings nach jeder Folge aufzunehmen. Je nach Interviewsituation kann ich mir jedoch vorstellen, dass wir das nicht immer schaffen.

 

Shownotes

Die Shownotes sind quasi der Begleittext zur Episode. Man kann darin den Inhalt anteasern und Informationen sammeln, die per Audio nicht darstellbar sind, etwa Grafiken oder Links zu anderen Seiten. Es gibt verschiedene Arten, Shownotes zu gestalten. In der Minimalversion enthalten sie tatsächlich nur ein paar Bullet Points und Links. Gibt man sich mehr Mühe, kann man ein Transkript der Folge veröffentlichen oder einen vollständigen Blogartikel schreiben. (Je nach Produktionsart kann man entweder im Vorfeld ein Skript erstellen, das man dann zum Blogartikel ausformuliert; oder man schreibt den Artikel erst basierend auf der fertigen Podcast-Episode.)

Aus SEO-Gründen ist es sicher sinnvoll, sich bei der Erstellung der Shownotes Mühe zu geben. Mit einem kohärenten Text hat man die Chance, für sein Thema dann auch bei Google gefunden zu werden.

Was ich persönlich wahnsinnig hilfreich finde: Kapitelmarken oder Zeitangaben, welches Unterthema ab welcher Minute beginnt. Bei Zeitmangel, fehlendem Interesse oder bereits vorhandenen Vorkenntnissen kann man so Teile, die einen nicht interessieren, einfach überspringen.

Für erzähl davon haben Luisa und ich entschieden, dass es uns definitiv zu viel Aufwand ist, komplette Blogartikel oder Transkripte zu erstellen. Stattdessen suchen wir nach dem finalen Schnitt die Zeiten heraus und schreiben einen kurzen Teaser als Einleitung für die Episode. Außerdem nehmen wir die Links zu den Webseiten und Social Media-Accounts unserer Interviewpartner in die Shownotes auf.

 

Technik

Mikrofon

Informiert man sich zum Thema Podcasting, stößt man auf ein paar USB-Mikrofone, die Einsteigern immer wieder empfohlen werden. Man schließt sie an seinen Laptop/PC an und nimmt dann direkt in ein Schnittprogramm (s.u.) auf.

Unsere Vorgehensweise unterscheidet sich ziemlich: einige Folgen haben wir mit meinem Zoom H2n-Aufnahmegerät mobil aufgenommen; die anderen im professionellen Tonstudio unserer Uni. Beides hat Vor- und Nachteile:

Das Zoom ist mobil, wie können uns für die Aufnahme an den Küchentisch setzen, uns mit unseren Interviewpartnern in der Uni treffen oder sogar im Reporter-Stil vor Ort aufnehmen. (In diesem Stil habe ich die Episode 005 in der Teddyklinik Tübingen aufgenommen. Ich freue mich schon sehr auf die Veröffentlichung, weil ich ziemlich stolz auf das Ergebnis bin :D)

Dafür muss man darauf achten, die richtigen Einstellungen zu treffen und SD-Karten und Batterien dabei zu haben.

Im Studio aufzunehmen war ungleich bequemer, weil ein Uni-Tontechniker die Aufnahme für uns betreut und sogar einen Grobschnitt angefertigt hat. Auch die Tonquali ist so natürlich besser. Dafür ist man an das Tonstudio mit seiner (für mich persönlich ungemütlichen) Atmosphäre gebunden.

Ein USB-Mikro würde für mich die Nachteile dieser beiden Methoden vereinen. Ich bin mit meinem Zoom sehr happy und ansonsten verkriechen wir uns halt alle paar Wochen für mehrere Aufnahmen am Stück ins Tonstudio.

Schnittsoftware und Schnitt

Für den Schnitt nutzen wir die Freeware Audacity, die wir bereits im Radiokurs im ersten Mastersemester kennengelernt haben. Als Alternativen wären noch Hindenburg und Adobe Audition zu nennen.

Das Schneiden selbst ist bei Audiodateien eine ganz witzige Sache. Erst seit ich meinen ersten Radiobeitrag produziert habe, wurde mir bewusst, wie bescheuert unsere Sprache manchmal klingt. Dazu gehört zum Beispiel die Art und Weise, wie wir Füllwörter oder Konjunktionen langziehen (äääähm, uuuund), mit der Stimme hochgehen oder Sprechpausen mitten im Satz machen (und dafür den nächsten Satzanfang total verschlucken). Im Alltag fällt sowas nicht auf, aber wehe man schneidet da rein –  dann klingt‘s gleich komisch! Man tut sich selber einen großen Gefallen, bei der Podcastaufnahme möglichst konzentriert und fehlerfrei zu sprechen – oder mit vermeintlichen Fehlern einfach zu leben. Ich persönlich habe gemerkt, dass Übung beim Aufnehmen von Audio und Video schon nach kurzer Zeit Wirkung zeigt. Der Spruch „Übung macht den Meister“ ist total abgedroschen, aber letztendlich doch wahr: nach einer Zeit ist man so locker ist, dass der Schnitt eigentlich nur noch aus dem Kürzen längerer Gesprächspausen besteht.

Bei manchen Podcasts fällt es mir negativ auf, wenn die Podcaster spontan oder mit minimalen Skript aufnehmen und dann extrem viele Ähs und Ähms in ihren Denkpausen produzieren. Da könnte man sich dann schon ein paar Minuten Zeit nehmen, diese rauszuschneiden…

Tonqualität

Für mich ist die Gesamt-Tonqualität gar nicht soo wichtig – ich finde es also nicht schlimm, wenn man der Aufnahme anmerkt, dass ein nicht ganz so hochwertiges Mikro verwendet wurde oder dass Skype die Quali vermindert hat. Richtig nervig finde ich dagegen einen schlechten Pegel (= ein Gesprächspartner ist deutlich lauter/leiser als der andere), Übersteuerung oder Nebengeräusche wie Rascheln, Klackern oder nicht identifizierbarer Lärm im Hintergrund.

Sowas lässt sich im Schnitt auch nur schwer entfernen.  Am einfachsten ist es tatsächlich, sich entsprechend vorzubereiten und eine Aufnahmesituation mit möglichst wenig Störgeräuschen einzurichten.

 

Marketing

Call to Action

Ohja, der berühmte Call to Action… Er ist bei Podcasts wie auch Blogposts gleichermaßen nervig. Wenn der CTA nicht genutzt wird, um ein Produkt zu bewerben, rufen die meisten Podcaster dazu auf, ihren Podcast bei iTunes zu raten und eine Bewertung zu verfassen. Das hat den Hintergrund, dass iTunes diese Bewertungen für die Position in den iTunes-Charts auswertet. Wer nicht nur „zum Spaß“ podcastet, sondern seinen Podcast als ernsthaftes Marketinginstrument betreibt, ist natürlich darauf erpicht, eine gute Chartposition zu erreichen. Ich kann es insofern schon verstehen, dass immer wieder um diese Bewertungen gebeten wird… Andererseits nervt es mich aber auch und wir verzichten bei unserem Podcast darauf. (Wer uns trotzdem eine Bewertung schreiben möchte, kann das natürlich gerne tun!)

 

Werbung/Sponsoren

Wie ich zu Werbung auf Blogs im Allgemeinen (und zu Matratzenwerbung im Speziellen) stehe, wisst ihr ja ;) Dementsprechend könnt ihr euch vorstellen, wie ich reagiert habe, als ich einen neuen Podcast aus der Entdecken-Funktion meiner Podcast-App öffnete und mir direkt Werbung für einen gewissen Matratzenshop entgegenschallte…

Richtig geraten: Ich habe verächtlich geschnaubt und Folge ganz schnell wieder beendet.

Werbespots in Podcasts sind zum Glück noch nicht so weit verbreitet wie in Blogposts; und wenn dann in Form von „Bannern“, also abgeschlossenen Werbespots, die nicht unbedingt etwas mit dem Inhalt der Episode zu tun haben. Grundsätzlich gibt es drei Positionen, diesen Werbespot unterzubringen: Am Anfang, am Ende und in der Mitte bzw. pro, post oder mid roll. Werbung am Anfang ist für die HörerInnen ultranervig und ehrlich gesagt finde ich die ersten paar Sekunden mit Intro, Tagline & Co viel zu wertvoll (Stichwort Wiedererkennungswert!), als dass ich sie verscherbeln würde. Kommt die Werbung erst am Ende, ist sie hingegen wirkungslos, da die Meisten sie dann einfach wegklicken werden.

Meiner Ansicht nach ist der einzig effektive Ort für Werbung also mittendrin – wie auch in Fernsehsendungen. Falls man überhaupt noch TV schaut.

In einigen wenigen Podcasts, die ich höre, gibt es ein bis zwei Werbeplätze in der Mitte der Episode. Das finde ich soweit ok. Allerdings ist es ziemlich langweilig, immer die gleichen Spots zu hören. Man könnte mehr Abwechslung schaffen, indem man mit zwei Werbekunden ausmacht, sie jeweils fünf Mal in den nächsten zehn Folgen zu senden: Kunde A in den geraden Episoden, Kunde B in den ungeraden. Aber das ist nun wirklich Wunschdenken…

Das Schöne an Podcasts ist, dass sie von vielen PodcasterInnen als Marketinginstrument für ihre eigenen Coachings, Bücher oder Kurse gesehen werden und deshalb werbefrei bleiben. Juhu!

Bei erzähl davon wird es selbstverständlich auch niemals Werbung geben.

(Übrigens, aus Mangel an anderen heruntergeladenen Podcasts habe ich der Matratzen-Folge dann ein paar Wochen später doch noch eine Chance gegeben. War ganz nett, aber das Podcast-Konzept hat mich nicht überzeugt.)

Puh, ganz schön lang. Danke an alle, die bis hierher durchgehalten haben. Ich hoffe, ihr konntet ein paar Anregungen für euer eigenes Podcast-Projekt mitnehmen. Vielleicht kribbelt es euch ja in den Fingern, nun auch unter die Podcaster zu gehen ;) Schreibt mir einen Kommentar oder eine Mail, wenn etwas unklar ist. Und jetzt freue ich mich, wenn ihr auch noch in unseren Podcast „erzähl davon“ reinhört: bei iTunes | Android | bei YouTube. (Und lasst bei iTunes fünf Sterne, eine Bewertung und die Seele eures Erstgeborenen da!)

 

 

Erwähnte Podcasts:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.