6 Vorsätze fürs neue Semester, die du auch wirklich einhalten kannst

Alle (halben) Jahre wieder drucken Studierende ihren Vorlesungsplan fürs neue Semester aus und nehmen sich viel vor: „Dieses Mal werde ich jede Vorlesungen vor- und nachbereiten!“ oder „Ich werde mehr Zeit in der Bib verbringen!“ – und was wird daraus? Meistens nicht viel.

Vielleicht hast du schonmal etwas vom „SMART“-Prinzip für die Zielsetzung gehört? Klingt nach BWLer-Sprech, ist es auch, aber kann trotzdem hilfreich sein.

Ich zitiere mal aus Wikipedia: „SMART ist ein Akronym für „Specific Measurable Accepted Realistic Timely“ und dient […]  als Kriterium zur eindeutigen Definition von Zielen im Rahmen einer Zielvereinbarung.“ (Quelle)

S Spezifisch Ziele müssen eindeutig definiert sein (nicht vage, sondern so präzise wie möglich).
M Messbar Ziele müssen messbar sein (Messbarkeitskriterien).
A Akzeptiert Ziele müssen von den Empfängern akzeptiert werden/sein (auch: angemessen, attraktiv, abgestimmt ausführbar oder anspruchsvoll).
R Realistisch Ziele müssen möglich sein.
T Terminiert zu jedem Ziel gehört eine klare Terminvorgabe, bis wann das Ziel erreicht sein muss.
Quelle: Wikipedia: SMART (Projektmanagement)

 

Der Vorsatz „Ich werde mehr lernen“ ist demnach absolut nicht smart, sondern viel zu unpräzise. Was ist denn „mehr“? Und was willst du überhaupt lernen? Bis wann?

Derartige Wischi-Waschi-Formulierungen sind schnell dahingesagt, haben aber nur wenig Inhalt. Dazu kommt: Du kannst schlecht überprüfen, ob du dein Ziel erreicht (bzw. deinen Vorsatz eingehalten) hast. Angenommen, du hättest jetzt pro Woche drei Stunden länger gelernt als sonst. Reicht das für deinen Vorsatz, oder hättest du fünf Stunden lernen müssen?

Aus „mehr lernen“ wird dann „Ich werde dieses Jahr die Vorlesung Statistik jede Woche besuchen und jede Woche mindestens drei Stunden lang lernen und die Übungsaufgaben rechnen. Ich möchte die Klausur im Juli mit einer 2,0 bestehen.“ Dieses Ziel klingt eindeutig präziser, oder?

Nach diesem Muster kannst du dir deine individuellen Ziele stecken. Lass dich doch von meinen Vorschlägen für Vorsätze fürs neue Semester inspirieren:

1. Mehr lernen

Anstelle des Vorsatz-Dauerbrenners „Ich werde mehr für die Uni tun“ schlage ich vor, eine feste Lernzeit einzurichten. So wie du beispielsweise jeden Dienstagabend zum Sport gehst oder dich Freitags mit deinen Freunden trifffst, kannst du dir den Donnerstagabend (oder einen anderen Abend…) als festen Lern-Abend einplanen. Diesen Abend nutzt du dann, um deine Vorlesungsunterlagen zu sortieren und abzuheften, die vergangene Uni-Woche Revue passieren zu lassen und die kommende Woche vorzubereiten.

Um dir den Einstieg zu erleichtern, kannst du dir auch ein Ritual für deinen Lern-Abend überlegen, zum Beispiel zu Beginn eine Tasse mit deinem Lieblingstee auf den Schreibtisch zu stellen.

[green_box](Beispiel-)Vorsatz #1a: Ich werde jeden Donnerstagabend von 20 bis 23 Uhr dafür nutzen, meine Uni-Unterlagen zu sortieren, die Kurse der letzten Woche nachzubereiten und Hausaufgaben zu machen. [/green_box]

Eine weitere Möglichkeit, sich selbst zum Lernen zu motivieren, ist das Bilden einer Lerngruppe mit regelmäßigen Treffen. Das bietet sich gerade zur Vorbereitung auf größere Abschlussprüfungen oder Examina an.

[green_box](Beispiel-)Vorsatz #1b: Ich suche mir im April eine Lerngruppe für das Examen, die sich alle zwei Wochen trifft.[/green_box]

 

2. Eine neue Fremdsprache erlernen

Sei es als Vorbereitung für den Sommerurlaub, als Karriere-Plus oder als neues Hobby: Eine neue Sprache zu lernen lohnt sich auf jeden Fall und macht Spaß.

Die meisten Hochschulen bieten günstige (oder sogar kostenlose!) Kurse in verschiedenen Sprachen an. So ein Kurs lohnt sich doppelt, weil du nicht nur die Sprache, sondern auch neue Leute aus verschiedenen Fachbereichen kennen lernst. Leider sind die Kurse sehr begehrt und ruck-zuck voll, oder die Kurszeiten überschneiden sich mit deinem Stundenplan.

Eine weitere Möglichkeit ist, autodidaktisch mit einem Buch oder einem Online-Kurs zu lernen. Das hat gegenüber „richtigen“ Kursen diverse Vor- und Nachteile, die ich hier nicht alle aufzählen möchte. Empfehlen möchte ich aber die kostenlose Webseite bzw. App DuoLingo. Das Sprachtraining ist spielerisch und macht wirklich Spaß. Für eine größere Auswahl von Sprachen kannst du auf die Vermittlersprache Englisch zurückgreifen (sprich, du lernst Schwedisch auf Englisch), das klappt ganz gut. Zur Auswahl stehen (mit den Ausgangssprachen Deutsch und Englisch) immerhin 18 Sprachen.

[green_box](Beispiel-)Vorsatz #2a: Ich werde den Uni-Sprachkurs „Spanisch A1“ besuchen und maximal drei Mal fehlen. Ich werde jede Woche zwei Stunden für die Hausaufgaben und das Lernen der Vokabeln einplanen. Ich werde den Kurs mit mindestens 2,0 bestehen. [/green_box]

[green_box](Beispiel-)Vorsatz #2b: Ich werde ab jetzt jede Woche drei Skills (Lektionen)  Schwedisch bei Duolingo abschließen. In drei Monaten habe ich das Level 20 erreicht.[/green_box]

 

3. Praxiserfahrung sammeln

Praxiserfahrung ist bei der Jobsuche super wichtig, aber das muss ich dir hoffentlich nicht erzählen… Ideal ist natürlich ein Werkstudenten-Job, bei dem du Uni-Theorie und Firmen-Praxis verbinden kannst. Doch auch wenn du gerade keinen Job findest oder nicht genug Zeit dafür hast, gibt es viele Möglichkeiten, Praxiserfahrung zu sammeln:

Du kannst Gruppen oder Vereinen beitreten, bei denen du deine Fähigkeiten einsetzen kannst, z.B. Kinderbetreuung für Pädagogik- oder Lehramtsstudenten, oder unabhängig vom konkreten Vereinsziel die Öffentlichkeitsarbeit, das Marketing oder die Buchhaltung übernehmen.

Oder du startest alleine oder mit Kommilitonen dein eigenes Projekt: „Ich habe mit C# eine App programmiert“ kommt im Vorstellungsgespräch garantiert besser an als „Ich hatte ein Semester lang einen Kurs in C#“. Eine Freundin von mir studiert Kunstgeschichte und organisiert zusammen mit anderen KuGe-Studis eigene Ausstellungen in lokalen Kulturzentren. Ist das cool oder was?!

[green_box](Beispiel-)Vorsatz #3a: Ich werde ab jetzt jede Woche mindestens drei Bewerbungen für einen Werkstudentenjob im Bereich „Logistik“ abschicken.  Ende Mai habe ich einen Werkstudentenjob. [/green_box]

Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob ein bestimmter Bereich als späteres Berufsziel in Frage kommt, kannst du das auch super mit einem solchen „Mini-Job“ ausprobieren.

[green_box](Beispiel-)Vorsatz #3b: Ich will herausfinden, ob mich Eventmanagament interessiert. Deshalb werde ich ehrenamtlich im Organisationsteam des städtischen Theaterfestivals im Juni mitarbeiten. [/green_box]

 

4. Eine Lehrveranstaltung besuchen, die nicht im Plan steht

Ich hatte letztes Jahr schon dafür plädiert, die unzähligen Möglichkeiten der Uni zu nutzen und auch mal über den eigenen Stundenplan (und Tellerrand) zu blicken. Stöber doch mal im Vorlesungsverzeichnis, da ist sicher etwas bei, das dich interessiert. Oder besuch einen Kurs vom Career Center, in dem du Lerntechniken oder andere Soft Skills vermittelt bekommst.

Hat deine Hochschule eine Vorlesungsreihe mit aktuellen Themen, Dozenten aus der Praxis oder interdisziplinären Forschungsfragen? Geh hin!

[green_box](Beispiel-)Vorsatz #4: Ich werde regelmäßig die Vorlesung zum Studium Generale besuchen und maximal zwei Mal fehlen.  [/green_box]

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 5. Mehr Sport machen

Nicht nur für Studis ein beliebter Vorsatz – die Fitnessstudios freuen sich im Januar, wenn – den Neujahrsvorsätzen sei Dank – tausende neue Verträge geschlossen (und dann doch nicht genutzt) werden.

Ob du eine alte Sportart weiterführen oder etwas Neues beginnen willst, liegt an dir!

[green_box](Beispiel-)Vorsatz #5a: Ich werde ab April jede Woche zwei Mal 30 Minuten joggen. [/green_box]

[green_box](Beispiel-)Vorsatz #5b: Ich werde mir zu Beginn des Semesters drei Kurse aus dem Hochschulsport-Angebot ansehen und einen davon bis zum Ende des Semesters regelmäßig besuchen. [/green_box]

 

6. Geld sparen

Am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig? BAföG reicht nicht? Keine Zeit für einen Nebenjob? Auch fürs Sparen kannst du dir ein smartes Ziel setzen:

[green_box](Beispiel-)Vorsatz #6: Ich werde eine Haushaltsbuch führen, um meine Ausgaben im Blick zu behalten. Ich begrenze mein Budget für Klamotten und Kosmetikartikel auf 40€ im Monat. Ich koche zwei Mal pro Woche selber, statt in die Mensa zu gehen.[/green_box]

 

KatoSo, das waren meine Vorschläge – jetzt bin ich gespannt auf eure Vorsätze fürs neue Semester!

Liebe Grüße, Kato

 

8 Kommentare

  1. In den Vorsätzen habe ich mich tatsächlich wiedergefunden. Besonders bei den Zusatzangeboten musste ich schmunzeln. Seit fünf Semestern möchte ich nämlich eine Citavi Schulung besuchen, hab es bislang aber nie dorthin geschafft. Zur nächsten melde ich mich aber auf jeden Fall an. ;)

    Viele Grüße!

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    1. Citavi ist super! Ich würde ja sagen „man findet im Internet auch Tutorials dazu“, aber manchmal ist es einfach besser, wenn man sich etwas von einem Experten erklären lässt und damit eine erste Orientierung erhält. Viel Erfolg im nächsten Semester :D Liebe Grüße!

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  2. Hey Kato, mal wieder ein super hilfreicher Post!
    Ich habe direkt die Seite Duolingo getestet und habe 2 Lektionen abgeschlossen, das macht wirklich Spaß! Ich möchte nämlich endlich Französisch lernen, nur leider findet der Kurs statt, wenn ich Hip Hop tanze :( Ich hoffe noch darauf, dass er in den nächsten Semestern an einem anderen Termin stattfindet, aber meistens sind sie ja immer genau zum selben Termin. Als Studium Integrale habe ich dieses Jahr Journalistisches Schreiben und Gesprächsleitung, da bin ich auch schon ziemlich gespannt! Letztes Semester hatte ich da Schreiben fürs Fernsehen und leider war das alles andere als spannend und hilfreich (allerdings kann ich jetzt wahrscheinlich ein Buch über die Lebensgeschichten des Redakteurs schreiben :D)
    Uuuund ich habe zum Ende des letzten Semesters auch aufgehört zu kellnern,weil ich gerne etwas in meinem Bereich finden wollte. Jetzt habe ich erstmal einen neuen Job als Produktfotografin für einen Online-Shop und bin schon ganz gespannt, wie das so sein wird, da ich nächste Woche anfange :) Allerdings würde ich auch gerne noch einmal im redaktionellen Bereich arbeiten, das kann ich dann vllt nach dem Fotojob, da dieser als eine Art Projekt angelegt ist :)

    Lustigerweise hat mir eine Freundin ihre Hausarbeit letztens geschickt und genau das SMART-Prinzip erklärt :D
    Einen passenden Sportkurs muss ich mir aber noch raussuchen, das überschneidet sich nämlich auch häufig mit Kursen und Arbeitszeiten :/
    Oh und so einen Abend, an dem man alles für die Uni macht, wird jetzt definitiv eingeführt!

    Tut mir leid für den langen Text :D

    Liebe Grüße,
    Vita

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    1. Liebe Vita,
      da hast du dir ja einiges vorgenommen! Überarbeite dich nicht :) Einen zum Studium passenden Nebenjob zu bekommen ist auf jeden Fall schonmal super. Außerdem ist dein Blog ja ein langfristiges redaktionelles Projekt, das du auch als Referenz angeben kannst. Ich wünsch dir viel Erfolg in deinem zweiten Semester :)

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  3. Sich solche festen Ziele zu setzen ist klasse. Ich werde das auch mal versuchen.
    Danke übrigens auch für den Tipp mit DuoLingo. Ich habe mich gleich mal zum Spanisch lernen angemeldet, denn das will ich schon so lange machen.
    Anneke ♥

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  4. Hallo Kato!

    Die Tipps sind super. Ich habe mir für dieses Semester so einiges vorgenommen: einen vergeigten Kurs nachholen, in jedem Fach besser als 2,5 sein, Vorbereitungen zur BA-Arbeit treffen und Absprachen halten, mich nach Praktikastellen nach dem Abschluss erkundigen. Außerdem habe ich mir echt vorgenommen jeden Tag (außer wenn ich zum Pferd gehe) Yoga zu machen und wenn es nicht regnet joggen zu gehen.

    Mal sehen, ob das alles klappt oder ob was auf der Strecke bleibt – ich hoffe nicht^^

    Liebst♥
    Alex

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  5. Ich war die letzten Semester zumindest am Anfang total motiviert, nur dieses ist es irgendwie nicht ganz so, ich hab gar keine Lust Dienstag zur Uni zu fahren…
    Das mit den festen Zeiten ist eine super Idee, die werde ich mir mal merken :)
    Und die Idee mit der Fremdsprache hilft wirklich, meistens sind die Kurse total entspannt, man muss zwar Hausaufgaben machen, aber es ist nicht so ein klassischer Schulfremdsprachenunterricht, das lohnt sich echt und macht total viel Spaß!
    Liebe Grüße :)

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