beyond the hype: Birkenstock

Wow, das hier wird ein längerer Post – ich habe tatsächlich wochenlang recherchiert. Worum geht’s? Birkenstocks? Bestimmt wieder ein Outfitpost, der Hundertste, mindestens. Nein, vielmehr wird dieser Post eine Reportage. Ich möchte dem diesjährigen Hype rund um Birkenstocks als Sommertrend 2014 von verschiedenen Perspektiven aus nachgehen. Experten-Interviews und Umfrage inklusive. Los geht’s!

Teil 1: Die Experten

Ich starte meine Recherche in einem kleinen Laden, an dem ich in den letzten Jahren sicher schon tausende Male vorbeigelaufen bin, ohne ihn zu bemerken. Eine unauffällige graue Fassade, das Schild hat sicher schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel: Schuh Lochner. 70 Jahre Birkenstock steht am Schaufenster – das Besitzer-Ehepaar Lochner erzählt mir später, dass es den Laden tatsächlich schon seit 1940 gibt. Drinnen wird jeder Quadratzentimeter Wand von Regalwänden bedeckt, verschiedenste Schumodelle reihen sich aneinander.

birkisfürkidsEin Mann, geschätzt um die 50, sitzt gerade auf einer mit Birkenstock-Stickern beklebten Holzbank und probiert verschiedene Modelle, die seine Frau ihm reicht. Als ich erst Herrn, dann Frau Lochner erzähle, dass ich eine Reportage über Birkenstock plane und sie gerne dazu befragen würde, wirken sie überrascht, beantworten mir aber sehr nett und ausführlich meine Fragen und erlauben mir, Fotos im Inneren zu schießen. Ich streife durch den Laden und gerate ins Staunen – so viele Modelle, so viele Farben und Muster! Um ehrlich zu sein, wusste ich echt nicht, dass es so viele verschiedene Arten von Birkenstocks gibt. Vor ein paar Wochen hatte ich mir spontan schwarze Madrids (die mit dem einen Riemen) bei Galeria Kaufhof gekauft, von Instagram und Blogs kannte ich die Zehentrenner (Gizeh) und die Modelle mit zwei oder drei Riemen in schwarz, braun oder silber. Auf mein Erstaunen hin entgegnet Herr Lochner, dass die derzeitige Auswahl schon ziemlich reduziert sei – von der Sommerkollektion, die bereits zwischen Februar und April erscheint, seien viele Modelle schon ausverkauft. Ich nutze die Gelegenheit, um nach den beliebtesten Birkenstock-Modellen zu fragen – „Ganz klar: Gizeh und Madrid„. Zwei gegenüberliegende Regale bieten reichlich Auswahl. Ich entdecke eine aufgeschnittene Birkenstock-Sohle, deren unterschiedliche Schichten zum Vorschein kommen. „Das ist jetzt neu„, erklärt Frau Lochner, „das ist eine Weichbettsohle. Hier, fühlen Sie mal, da ist noch eine Latexschicht drin. Is‘ aber einfach Geschmackssache, ob man lieber die mag oder die Normale.“ Während unseres Gesprächs betreten immer wieder Kunden den Laden, die sich umsehen oder Schuhe anprobieren. Einer der beiden huscht stehts hin und berät die Kundschaft – schließlich ist es gerade bei Birkenstocks wichtig, dass der Fuß richtig im Fußbett sitzt.

Apropos Kundschaft: Es interessiert mich brennend, ob die Birkenstock-Profis den „Sommertrend 2014“ ebenfalls gemerkt haben. Steigen die Verkaufszahlen für Birkenstocks? Und kaufen mehr junge Leute die ehemals als Öko-Latschen verschrienen Sandalen? Beides wird bejaht – auch das Ehepaar Lochner hat gemerkt, dass in letzter Zeit mehr junge Leute vorbekommen. Generell sei die Kundschaft aber sehr gemischt, junge und alte Leute kauften bei den Lochners ein, und auch viele internationale Gäste, etwa Touristen oder Austauschstudierende. „Wir haben eine Seite im Internet, da finden die uns„, sagt Herr Lochner mit einem Hauch von Stolz.  Ich knipse noch ein paar Fotos (die gold schimmernden Clogs bringen mich zum Kichern – Mädels, wenn eine von euch die hat,  zeigt mir BITTE ein Outfit damit!) und verabschiede mich.

Nur ein paar Hundert Meter weiter liegt der Galeria Kaufhof, bei dem ich meine ‚Birkis‘ erstanden habe. Ich schlängel mich durch die Schuhabteilung, stelle fest, dass die Birkenstock-Insel plötzlich ganz woanders positioniert ist und frage mich zur Abteilungsleiterin durch. Diese blockt meine Interviewanfrage sofort mit einem Lächeln ab und verweist mich an den Geschäftsführer – naja, um ehrlich zu sein, hatte ich damit gerechnet. Je größer ein Unternehmen, desto unflexibler.

Ich schlendere die Hauptstraße entlang und versuche es spontan bei einem weiteren Schuhgeschäft. Die Verkäuferin, die ich anspreche, wirkt eher unmotiviert und ich muss ihr zwei Mal erklären, dass ich keine Birkenstocks kaufen, sondern über Birkenstocks sprechen will. Sie holt schließlich einen Kollegen aus der Herrenabteilung. Ich warte mit mulmigem Gefühl und rechne damit, jetzt herauskomplimentiert zu werden. Der Herr ist stattdessen überaus freundlich und nimmt sich Zeit für ein Gespräch. Er verweist mich direkt an das Ehepaar Lochner. „Wir haben hier nur 3 oder 4 Modelle. Birkenstocks sind für uns nur ein Randgeschäft. Ich schicke alle Kunden, die Birkenstocks suchen, zu Schuh Lochner.“ Ganz ehrlich? Das find ich richtig klasse. Die meisten anderen Händler würden sicher versuchen, die Kunden zu halten – auch wenn diese dann nur eine kleine Auswahl haben. Einen steigenden Anstieg von Birkenstock-Verkäufen kann er nicht feststellen, der Verkauf sei eher rückläufig. „Naturfußbett, klar, da schwören einige drauf. Der Preis ist ja auch okay, aber am Design würde ich feilen, für die jungen Käufer unter 40.“ Ich frage ihn, ob er wohl meint, dass die jüngeren Leute eher im Internet bestellen, als ihre Schuhe in einem klassischen Schuhladen zu kaufen. „Jaja, das kommt auch dazu. Es gibt ja sogar welche, die kommen hierher, probieren die Schuhe an, lassen sich von uns beraten, und dann fotografieren sie die ab und schauen im Internet, ob sie die irgendwo günstiger bestellen können!“ Er wirkt erbost – aber ganz ehrlich, ich kann ihn verstehen. Er verweist mich abermals an das Ehepaar Lochner, ich bedanke mich artig und verlasse den Laden.

AmericanGerne würde ich jetzt ein paar Birkenstock-TrägerInnen interviewen, doch das Wetter ist alles andere als sommerlich und sandalenfreundlich. Da muss ich wohl ein paar Tage warten, denke ich und gehe durch den Nieselregen zur Bahnhaltestelle. Vor mir laufen ein paar Mädchen – was sehe ich? Eine von ihnen trägt Birkenstocks! Ich beschleunige meinen Schritt, höre die Mädels auf Englisch quatschen und tippe ihr auf die Schulter…

Teil 2: Die internationale Perspektive

Es fühlt sich ein wenig merkwürdig an, spontan und unvorbereitet ein fremdes Mädel auf ihre Schuhe anzusprechen – und dann auch noch auf Englisch. Die Mädchen sind aber mega nett und erzählen mir, dass sie aus den USA kommen und gerade am Goethe-Institut einen Deutschkurs machen.

Ich nutzte die Gelegenheit, um gleich mal nachzufragen, wie’s in den Vereinigten Staaten um Birkenstocks steht. Die Vier berichten, dass Birkis dort ebenfalls sehr populär sind, dass Stars mit ihnen gesehen werden und sie in Zeitschriften wie Teen Vogue erscheinen. Die amerikanische Fashionbloggerszene verfolgen die Vier nicht besonders, aber in ihrem Freundeskreis kennen sie viele Birkenstockträger(innen). Nicht nur das Mädel, das ich ursprünglich angesprochen hatte (ich verfluche an dieser Stelle mein Namensgedächtnis – ich wünschte wirklich, ich wüsste die Namen noch!), auch zwei der Anderen besitzen mindestens ein Paar Birkenstocks. Die Vierte hat ihr Paar schon bestellt – eine Quote von 100% also!

Girls„Do people know that Birkenstock is a German brand?“ „Yes! One day, I wore Birkenstocks and my friends said ‘oh, you look so German today’, cause, you know, I have German ancestors,” antwortet mir das Mädchen mit den entzückenden Zöpfen. “They also said stuff like ‘How do you pronounce that? It sounds like you’re yelling!’”

Warum die Amerikanerinnen Birkenstocks mögen? „Oh they’re so comfy!“ Auch in den Staaten scheint den Sandalen ein Öko- und Hippie-Image anzuhängen – „but people want to look like Hippies“, erklären sie mir.

Achja, ihre Birkenstocks trug sie heute übrigens nur, weil sie vergessen hatte, sich vor ihrem Trip in die Innenstadt andere Schuhe anzuziehen.

Es entsteht dieses Gruppenfoto, wir tauschen Mailadressen aus und ich biete ihnen an, ihnen bei ihren Deutschhausaufgaben zu helfen.

Teil 3: Auf der Straße

Ein paar Tage später ist das Wetter endlich zur Vernunft gekommen und es hat angenehme 23 Grad. Auf dem Weg zur Arbeit gucke ich ausschließlich auf den Boden – genauer gesagt, auf die Füße der Leute. Ich bin definitiv nicht die einzige, die Sandalen trägt – aber Birkenstocks sehe ich nur sehr wenige, und hauptsächlich an Leuten jenseits der 50 oder an Touristen. (Die erkennt man ziemlich offensichtlich an der Straßenkarte in den Händen, der Kamera um den Hals und dem verwirrten Blick).  Nach der Arbeit setze ich mich für eine Weile auf eine Bank und beobachte die Menschen, die die Hauptstraße auf- und abflanieren. Meine Beobachtungen decken sich mit denen ein paar Stunden zuvor: Viele Sandalen, wenige Birkenstocks, noch weniger an den Füßen junger Leute.

Es vergehen wieder ein paar Tage. Ich mache mich mit meiner Kamera bewaffnet auf den Weg. Heute will ich BirkenstockträgerInnen anquatschen. Das ist leider leichter gesagt als getan! Die wenigen, die ich sehe, sind entweder in der Gruppe unterwegs oder am Telefonieren. Da kann ich ja nicht einfach stören, nicht wahr? (Um ehrlich zu sein bin ich auch nicht sooo extrovertiert, als dass es mir leicht fallen würde, ständig Fremde mit meinen merkwürdigen Interviewanfragen zu belästigen.)

Gihe
Gihe aus Suedkorea

Mehrere Birkenstockträgerinnen laufen, schlendern und spazieren an mir vorbei. Sogar eine, die ganz klischeemäßig Dreadlocks und bunte Ethno-Klamotten trägt und so aussieht, als würde sie Philosophie oder Soziologie studieren und in einer WG leben, in der gern mal einer durchgezogen wird. Als ich schließlich eine finde, die allein unterwegs ist, wimmelt sie mich mit „Sorry, ich hab’s mega eilig“ ab.

Dann sehe ich zwei Mädels mit asiatischem Aussehen – eine davon mit Birkis. Ich spreche sie auf Englisch an, doch es stellt sich heraus, dass ihr Deutsch echt gut ist. Die beiden stammen aus Korea und studieren hier regulär, nicht nur als Austauschstudentinnen.  Gihe lässt mich freundlicherweise ein Foto von ihren Birkenstocks und ihrem kompletten Outfit machen. Die beiden erzählen mir auch, dass Birkenstocks in Korea sehr in seien – und sehr teuer. Ein Paar kostet dort gut doppelt so viel wie hier! Kein Wunder, dass ihre Freunde und Verwandten sie baten, ihnen Birkenstocks aus Deutschland zu schicken.

Ein paar Minuten später sehe ich ein sympathisch aussehendes, blondes Mädchen vor einem Schaufenster stehen. Ich spreche sie an: „Entschuldigung… Entschuldigung…“ – sie reagiert nicht. Unhöflich? Unaufmerksam? Taub? Nein, sie spricht nur nicht so gut Deutsch. Bree ist bisher eindeutig die coolste Person, die ich bei meinen Birkenstock-Recherchen kennengelernt habe. Ich erzähle ihr auf Englisch von meinem Vorhaben und sie erzählt mir allerhand von Birkenstocks in Australien (denn da kommt sie her), dann von Australien allgemein, anschließend quatschen wir über deutsche Backpacker Down Under, Sonnenbrand auf den Füßen und skandinavische Traummänner.

Bree
Bree – eine wirklich nette Bekanntschaft!

Eine Dreiviertelstunde später habe ich nicht nur eine neue Facebookfreundin, sondern weitere Informationen über Birkenstocks in Australien: Diese sind dort (wer hätte es geahnt) ebenfalls gerade voll im Trend und sowohl auf Fashionblogs als auch in Magazinen omnipräsent. Sie selber besitzt ihre Birkis schon länger, da sie Knieprobleme hat und schlichtweg nicht alle ‚billigen‘ Schuhe tragen kann.

In Brisbane, ihrer Stadt, die Bree als ‚das Berlin Australiens‘ bezeichnet, tragen viele junge Leute die als hässlich, aber gesund und ‚öko‘ geltenden Schuhe auf eine ironische Art und Weise. Sogar beim Feiern habe sie neulich einen Typen gesehen, der Birkis trug – mit Socken! „Die Deutschen, die ich kenne, würden das niemals machen!“ Ihr Bruder ist mit einer Deutschen verlobt, die er kennengelernt hat, als sie als Backpackerin in Australien unterwegs war. Deren deutsche Familie, die sie gerade besuchen, trägt auch Birkenstocks – jedoch ausschließlich drinnen, als Hausschuh.

Während Bree und ich uns unterhalten, laufen mindestens zwei junge, modisch gekleidete Frauen mit Birkenstocks (beides Mal Gizehs) an uns vorbei.  So ein Pech aber auch!

Da ich irgendwie nur internationale Interviewpartnerinnen finde, überlege ich mir eine Alternative: Ich befrag einfach das Internet! Ein Fragebogen ist schnell erstellt und via Kleiderkreisel und Instagram verbreitet. Doch bis genügend Antworten zusammenkommen, wende ich mich an…

Teil 4: Die Bloggerin

SummerLeeDie supersympathische Summer Lee habe ich beim Blogger Bazaar in Frankfurt am Main kennengelernt. Ein paar Wochen später hat sie für den Blog Heels und Herz, den ich betreue, einen Gastartikel geschrieben. Deshalb kam sie mir gleich in den Sinn, als ich nach einer Interviewpartnerin aus der deutschsprachigen Bloggerszene suchte. Schnell Insta gecheckt und – ja, tatsächlich, Summer hat sich neulich Birkenstocks zugelegt.

SummerLee2Liebe Summer, ich habe neulich auf Instagram gesehen, dass du dir Birkenstocks gekauft hast – wie kam es dazu?

Puh, wenn ich ehrlich bin, dann habe ich mich wohl vom Trend mitreißen lassen :)

Ich sehe Birkenstocks in letzter Zeit ziemlich oft auf Instagram, Blogs & Co. Würdest du Birkenstocks zu den (Sommer-)Trends 2014 zählen?

Absolut, ich selbst beobachte die Birkis schon seit einem Jahr. Habe immer wieder mal welche anprobiert und sie wieder zurückgelegt… aber dieses Jahr kommt man tatsächlich nicht mehr drum herum. Selbst einige der größten Birkenstocks-Gegner mussten sich geschlagen geben und sind nun überzeugte Birkenstock-Träger!

Wie wirst du deine Birkenstocks kombinieren?

Lässig zu Boyfriendjeans und einem einfachen weißen T-Shirt oder zu einem knappen, schwarzen Jumpsuit. Wobei mein Modell fast zu allem passt! Ich muss mich nur noch daran gewöhnen – an anderen sehen sie irgendwie hübscher aus ;)

Vielen Dank, Summer ♥!

Teil 5: Das Internet

Excel
Oh Gott, die Augenringe…

Über 40 Leute haben mittlerweile meine Birkenstock-Umfrage ausgefüllt, cool! Da mir das Einhalten wissenschaftlicher Standards sehr am Herzen liegt, möchte ich an dieser Stelle natürlich darauf hinweisen, dass die Umfrage nicht repräsentativ ist ;)  Der Grundtenor wird wohl ‚pro Birki‘ lauten, dennoch bin ich gespannt, ob etwa Gizeh oder Madrid das beliebteste Modell ist. Mein Verhältnis zu Excel würde ich wohl als Hassliebe bezeichnen – hier ein Selfie, wie Excel mich zwischenzeitig zur Verzweiflung gebracht hat :’D

Als Abwechslung vom ganzen Text habe ich diese Infos als Infografik aufbereitet:

Birkenstock (Conflict Copy)

Teil 6: Das Unternehmen

„Wäre es nicht cool, auch ein paar offizielle Statements des Unternehmens in meinen Artikel einzubinden?„, dachte ich mir und rief bei der Birkenstock-Presseabteilung an. Die Dame dort war sehr freundlich und verwies mich an eine Emailadresse, an die ich eine Skizze meines Rechercheprojekts und ein paar Fragen schickte. Pling – gute 30 Stunden später erreicht die Antwort mein Postfach. Eine höfliche Absage, dass sie bei einer Vielzahl von Anfragen „Abstriche machen bzw. Grenzen ziehen“ müssen. Yeah, I got it. „Was hast du erwartet?“, fragt mich mein Freund. Naja, war ja eigentlich klar. 

Schade, die Antworten auf meine Fragen hätten mich natürlich schon interessiert – zum Beispiel eine offizielle Angabe dazu, welches Modell denn nun das Beliebteste ist. Wer sich für die offiziellen Verkaufszahlen interessiert, kann ja mal nach nem Jahresbericht googlen. Hab ich grad keine Lust zu, ich widme mich lieber dem….

Fazit

Birkenstock als Sommertrend? Ja, definitiv! Die klobigen Sandalen gelten unter Bloggerinnen als Must-Have und rund um die Welt als deutscher Exportschlager. Ihnen hängt das Image an, ‚öko‘ und ‚altbacken‘ zu sein, was aber von vielen jungen Leuten auf eine ironische Art und Weise aufgenommen und in ihren persönlichen Stil integriert wird. DIe Kombination mit einem femininen, verspielten Kleid, wie Gihe es trägt, erzeugt einen Stilbruch und Hingucker. Hinzu kommt, dass die Schuhe schlichtweg bequemer sind als High Heels oder die 5€-Plastik-Sandalen vom schwedischen Textilgroßhändler unseres Vertrauens. So sehr wir uns den Sommer auch immer herbeisehnen, Schweißflecken auf den Klamotten und verlaufendes Make-Up machen das Sommer-Styling schwierig. Da ist es doch angenehm, wenn man einfach in ein Paar luftige und bequeme Sandalen schlüpfen kann.

Andererseits denke ich, dass gerade in Deutschland die meisten Leute mit Birkenstocks noch Schuhe assoziieren, die man im Haus oder bei der Gartenarbeit (als Arzthelferin o.ä. auch meinetwegen bei der Arbeit) trägt – aber nicht im Alltag. In der Umfrage haben die Hälfte der Befragten angegeben, dass sie Birkenstocks seit ihrer Kindheit kennen. Auf der Straße konnte ich zwar einige junge Mädels und Frauen mit Birkenstock-Sandalen beobachten, die meisten in dieser Altersgruppe trugen aber ’normale‘ Sandalen oder auch Sneaker. Auf der Straße ist der Trend noch lange nicht so omnipräsent wie es die Instagramfeeds der hippen Bloggerszene vermuten lassen. Mit Schuhen in die Uni zu gehen, die Mama immer beim Putzen trägt, schreckt vermutlich viele ab. Des Weiteren wird bei der Herstellung von Birkenstocks Leder verwendet, weshalb Veganer und Tierschützer wohl einen Bogen um diese Marke machen. Und schlussendlich ist es ja immer eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob man einen Trend schön findet & verfolgt oder nicht!  

Ich freue mich auf euer Feedback & eure Meinung zu diesem Thema (Ich kann das B-Wort nicht mehr sehen…) :D

Liebe Grüße, Kato

 

 

 

19 Kommentare

  1. Also zuerst einmal.. ich bin klar Pro-Birkenstock. :) Hat aber auch eine Weile gedauert, bis ich mich getraut habe. Habe meine (Modell Mayari) letzten Frühling in Amsterdam gekauft, nach dem mir die vielen Birkenstock-Träger aufgefallen sind. Ich habe sie im letzten Jahr aber eher selten hier in der Schweiz draussen getragen. Mehr während den Ferien im Ausland. In diesem Jahr waren sie zu 90% mein Schuhwerk während den Ferien in den USA und nun auch endlich in meinem eigenen Land. Es hat auch mich Überwindung gekostet.. aber sie gefallen mir echt immer besser, und wenn der Sommer etwas freundlicher wäre, hätte ich mir auch schon ein zweites Paar zugelegt. Ich begrüsse den Trend also! Wollte dazu auch einen eigenen Artikel schreiben, nach dem ich aber nun deinen gelesen habe, hat sich das erledigt. Ist nämlich somit alles (und noch mehr) beantwortet und niedergeschrieben. Werde den Beitrag gerne teilen – tolle Arbeit! Liebe Grüsse aus der Schweiz, Nicole

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  2. Hut ab für diesen arbeitsintensiven Artikel! Interessant zu lesen war er auch noch. :)
    Ich bin die Gizeh-Trägerin. Habe mir die Schuhe aber schon letztes Jahr gekauft, weil ich sie.. „einfach so“ schön fand. Dass sie als Öko-Latschen gelten habe ich erst im Nachinein erfahren. Bin aber auch nicht 100% deutscher Abstammung ^^

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  3. Wow! Ich hätte nicht gedacht, dass so eine Reportage so spannend sein kann :-) Da hast du echt gut recherchiert. Bei mir persönlich kommen die Birkis zwar nicht so gut an, aber da sieht man ja wieder, wie unterschiedlich Modegeschmäcker sind :D
    Liebe Grüße, Maria
    von http://quicklebendig.blogspot.com/

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  4. Wow, ganz hervorragender Artikel, wirklich sehr interessant! :) Ich habe zu meinem Geburtstag mein erstes originales Paar geschenkt bekommen, vorher bin ich in welchen von Primark herum gelaufen, und habe direkt den Qualitätsunterschied feststellen können. Optisch haben sie mir schon immer gefallen, ich mag das Derbe und Stilbrüche. Allerdings hatte ich sie nie so wirklich auf dem Schirm, das kam erst durch den Hype. Umso schöner ist es doch, dass ein qualitativ hochwertiger und gesunder Schuh jetzt so im Trend liegt :) Mein Paar wurde übrigens auch in einem Schuhgeschäft gekauft und nicht im Internet bestellt. Mittlerweile spiele ich schon mit dem Gedanken, mir ein zweites Paar zuzulegen. Liebe Grüße

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  5. Ein fabelhafter Beitrag! Man merkt wirklich wie viel Arbeit dahintersteckt und das Ergebnis ist wirklich lasse.

    Ich trage auch sehr gerne Birkenstocks. Sie sind einfach super bequem und das ist jetzt in Trend sind finde ich auch klasse :) Auf meinem Blog gibt es auch einige Outfits mit den Birkis. Gerade zur Fashion Week hatte ich sie ständig an :)

    Liebste Grüße
    Laura

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  6. Ein wirklich guter und interessanter Artikel.:)
    Ich habe seit Beginn des Jahres mit den Gizehs geliebäugelt, dann aber erst zugeschlagen, als sie reduziert waren. Ich liebe sie. ♥
    Ich wollte schon lange welche, aber irgendwie sahen alle immer nach Hausschuhen aus, erst, als ich auf mehreren Blogs die Modelle Madrid und Gizeh entdeckte, dachte ich, dass ich jetzt doch mal ein Paar holen müsste. ;) Zum Glück musste ich mich beim Kauf dann nicht zwischen beiden entscheiden (das dauert bei mir immer so lange!), denn die reduzierten Madrid gab es nicht mehr in meiner Größe. Irgendwann werde ich mir aber sicher noch ein Paar von ihnen zulegen.
    Ich bin also, was Birkenstocks angeht durchaus gespalten, denn die Modelle mit zwei und drei Schnallen gehören für mich immer noch in die Hausschuhsparte und mit ihnen wird man mich niemals außerhalb meiner Wohnung antreffen (auch wenn ich gar keine besitze ;)). Die Gizeh- und Madrid-Modell haben die Birkis für mich aber definitiv straßentauglich gemacht. Wird ja auch Zeit, dass wie neben all den Billigschuhen, die schneller kaputtgelaufen sind, als wir neue kaufen können, endlich wieder bequeme Schuhe an unsere Füße lassen. :)

    Liebe Grüße

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  7. Dankeschön ihr Lieben, ich freu mich total über die Kommentare und darüber, dass der Artikel so gut ankommt. :)

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  8. Ein sehr interessanter Artikel – ich habe ihn mit viel Freude gelesen.
    Selbst für mich als Mann sind Birkenstocks zum täglichen Begleiter geworden. Ob Madrid (1 x), Arizona (1 x), Gizeh (3 x), Yara (2 x) Isis (1 x) oder Kairo (1 x) oder Messina (1 x) und Rio (1 x) – sie passen fast zu jedem Outfit und lassen sich herrlich kombinieren. Selbst zum eleganten Hemd mit Kravatte kann man Exquisit Rio in schwarz tragen. Es ist mittlerweile eine Art Lebenseinstellung geworden mit Birks herumzulaufen. Auch wenn manche Leute schräg schauen – ich fühle mich wohl in Birkenstocks.
    Und ausserdem – meinen Füssen tut es gut – sehr gut.
    Axel

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  9. Ein wirklich toller Beitrag! So viel Arbeit und Mühe dahinter – werde den Artikel auf jeden fall noch mit meinen Lesern teilen. Weiter so Liebes, du machst wirklich einen guten Job als Bloggerin!

    Liebe Grüße summer

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  10. Wow, du hast dir echt Mühe gegeben und top recherchiert, Respekt!
    Ich finde diesen Latschen-Trend mehr als furchtbar :D Klar, sind die Schuhe gesund; sind andere aber auch und die sehen wesentlich besser aus. Allgemein finde ich Latschen nicht sonderlich Öffentlichkeits-Geeignet :D Aber scheine damit wohl allein zu sein.

    Danke übrigens für deinen lieben Kommentar, ich liebe es auch wirklich, vorallem mache ich mir nach ein paar Kalenderfreien Tagen schon Vorwürfe, weil ich mir mit dem „Design“ soviel Mühe gegeben habe XD

    Liebe Grüße,
    Jenny
    http://www.imaginary-lights.net/

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  11. Ganz toller Artikel!! Ich wurde letztens von Freunden in der Uni ganz schockiert gefragt, ob ich mir wirklich „Opi-Schuhe“ zugelegt hätte (sie hatte mein Bild auf instagram gesehen). D fiel mir dann wieder auf bzw. ein, dass der Trend noch nicht überall angekommen ist :b Und das Ehepaar Lochner von dir mag ich sehr gerne :)

    Liebst, ina

    Visit me at Petite Saigon

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  12. Haha, ich glaube, das liegt an meinem Job und Studium, dass meine Mitstudenten so reagiert haben :’D Aber ja, meine Birkis habe ich schon gut kombinieren und gerne tragen können ;)

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  13. Echt ein interessanter Bericht über Birkenstocks, da hast du dir echt viel Mühe gegeben die ganzen Informationen herauszufinden. Ich habe mich noch nicht wirklich vom Trend hinreisen lassen. Die meisten Menschen haben von dem Trend noch nichts mitbekommen, jedenfalls vieler meiner Freunde. Ich jedenfalls finde die Tretet nicht mal schlecht : gemütlich und sehen schick aus! Mein Fazit: Ich finde den Trend toll :)

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  14. Wirklich ein toller Bericht :) Gefällt mir richtig gut.

    Ich selber hab auch Fußprobleme aber trage keine Birkenstock. Warum nicht? Ich finde, dass sie so klobig aussehen. Ich hab so schon riesen Füße! Da muss ich die nicht auch noch klobig hervorheben :D Ich hoffe, dass sie irgendwann ein bißchen zierlicher werden… Vllt. erwischt mich der Hype dann auch ;)

    Ganz liebe Grüße, Miriam
    von http://www.coutureprincesa.blogspot.de

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  15. Hey Kato, ich bin über die Blogempfehlung von Ariane auf deinen artikel gestoßen und bin wirklich beeindruckt. Ich selbst beobachte das auch schon länger, allerdings eben auch eher auf Instagram. Ich wohne in Dresden, da sieht man das ein oder andere schon auch mal ein Gizeh-Modell (wobei ich auf die anderen Modelle wahrscheinlich weniger achte, weil ich insgeheim Gizeh zu meinem Favoriten erkoren habe), aber ich selbst konnte mich bisher noch zurückhalten. Vielleicht werde ich im nächsten Sommer weich. Irgendwie erinnert mich das Ganze ein bisschen an Crocs… die sind ja eigentlich auch schrecklich, inzwischen trage ich zuhause aber selbst welche. Die Birkis habens ja aber immerhin schon auf die straße geschafft… Bleiben wir gespannt, was noch so kommt. Ich wühl mich jetzt mal weiter durch deinen Blog und schicke dir liebe Grüße, Lisa

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  16. Was für ein Projekt du da gestartet hast! Auch mir sind die Birkenstocks überall aufgefallen und obwohl ich keine besitze und auch nicht besitzen werde, kommt man nicht drumrum sie als Trend oder Wiederentdeckung zu sehen, oder?

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  17. Ein toll recherchierter Artikel, einfach klasse! – Jetzt brauche ich unbedingt solche Schuhe, auch wenn sie nächstes Jahr schon wieder nicht mehr in sind :D

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  18. Als der Trend raus kam ( Zeitgleich mit dem Adidas-Socken Trend) wollte ich’s erst nicht glauben. Aber tatsächlich, die waren der absolute Renner und überall zu sehen. Denke, dieses Jahr wird es wieder so. Muss auch zugeben, dass ich trotz meiner anfänglichen Ungläubigkeit und eigentlichen Abneigung die Schuhe jetzt selber echt cool finde. Was so ein Trend alles machen kann :D Vielleicht hat dieser Hype auch etwas mit der generell super Präsenten Veganen-Öko-Welle zu tun, who knows. Aber finde es super interessant mal Recherchen darüber zu lesen, eben weil ich mich selbst immer darüber gewundert habe. Zu den Goldenen, geschlossenen ‚Birkis‘: Die habe ich persönlich noch nicht gesehen, außer in schlichter Farbe bei meinem Hausarzt. Den würde ich aber bei einer neuen, goldenen Version schon ein wenig feiern. Man muss ja mit dem Trend gehen ;-)

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  19. So wie es dieses Jahr war, wird es auch nächstes Jahr wieder voll im Trend sein. Aber ich muss auch zugeben, dass diese Schuhe echt super bequem sind und verständlich im Trend bleiben sollten.

    Antworten

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