Blog-Mama statt Mama-Blogger: Das Panoktikum ist online

Ich habe ein Baby bekommen.

(Nein, Mama, keine Sorge. Ich habe dir keine Schwangerschaft verheimlicht.)

Es ist kein Geheimnis, dass ich kein Händchen für Kinder hab. Umso besser, dass mit „Baby“ ein neues Projekt gemeint ist, genauer gesagt ein neuer Blog.

Das kam so: In meinem hippen Medienstudiengang haben wir eine hippe Lehrveranstaltungs-Form namens Lehrredaktion. Darin lernen wir die Basics der Medienproduktion. Letztes Semester habe ich also für die LR Print ein hippes Zeitungs-Feature geschrieben und einen nicht ganz so hippen Radiobeitrag eingesprochen. Dieses Semester ist nun ein Werkstück für die Lehrredaktion Online an der Reihe – und in einem Anfall freitagmorgendlicher Motivation im Seminar war mir gleich klar, dass das ein Blog werden soll. Obwohl wir alternativ auch einen Wiki-Artikel hätten schreiben (und damit jede Menge Arbeit sparen) können, fanden sich erst fünf, dann sechs KommilitonInnen für diesen Blog zusammen.

Ein Blogprojekt mit so vielen AutorInnen hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Die größte Herausforderung war es wohl, sich zu siebt auf alles Mögliche einigen: Angefangen beim Namen über Stil, Inhalte und Kategorien bis hin zum Logo oder der Frage, ob man die Kategorie [ich hab grad Katogorie geschrieben, hehe] „360 Grad oder „360° nennt.

Wenn die Stundenpläne nicht übereinstimmen, 3/7 des Teams nicht in der Stadt wohnt, 2/7 kein WhatsApp und 1/7 kein Facebook haben, wird Gruppenkommunikation schon mal zur Herausforderung. Die Abstimmung über den Namen erfolgte schließlich über direkte Demokratie und Zettelchen-Abstimmung während des AVID-Videoschnittkurses. (An dieser Stelle ein dickes Sorry an den Kursleiter!)

Glücklicherweise waren wir uns bei der grundsätzlichen Ausrichtung unseres Blogs einig: wir wollten weder einen egozentrierten Konsum-Blog mit H&M-Hauls noch eine reine Fokussierung auf Medienthemen. Da Bloggen für die Anderen noch #Neuland ist war und ich das Ganze ja vor ein paar Wochen ins Rollen gebracht hatte, wurde ich also zur Blog-Mama ernannt. Dass in Gruppenarbeiten irgendjemand die Leitung in die Hand nimmt, ist ja normal, und dass ich oft diejenige bin, ist jetzt auch nichts Neues – allerdings hatte ich dieses Mal echt Schiss, zu bossy zu wirken und den MitstreiterInnen nicht vermitteln zu können, wie viel Spaß das Bloggen machen kann. Als mir dann aber Bibi gestand: „Also, am Anfang war ich ja nicht so motiviert, aber als mein erster Artikel dann gestern Abend fertig war – das war schon ein großartiges Gefühl!“ – man, war ich stolz. Wie eine Mama. Oder so.

So, genug herumgelabert, ich präsentiere: das Panoktikum (panoktikum.de)

 

panoktikumscreenshot

In der ersten Runde geht es um einen amerikanischen Fotografen, der gerne an Porno-Sets knipste; Rucksäcke aus Hanf; Schlagzeug-Samples und ein ins Wasser gefallene Konzert; eine begehenswerte Ausstellung, die erste Your Net Konferenz in Hamburg und die Frage, wie Apps wie YouNow unser Verständnis von Privatsphäre verändern. 

Ich denke, dass wir uns mit unserem Konzept einen Rahmen geschaffen haben, in dem wir sieben uns mit unseren unterschiedlichen Interessen einbringen können, ohne dass der Blog zu sehr ‚ausfranst‘. Parallel zu den normalen Blogposts haben wir Interviews mit Ex-MedienwissenschaftlerInnen geplant, sowie eine Reihe in Anlehnung an Vitas No Monologue.

Ich würde mich freuen, wenn der/die ein oder andere INNOCENT GLOW-Leser/in auch mal beim Panoktikum vorbeischaut. Über Feedback, Lob und Kritik freue ich mich sehr, und noch viel mehr freuen sich meine sechs Blogger-Küken. Ihr wisst ja sicher noch, wie toll sich der erste nette Kommentar angefühlt hat?

PS: Wer schon immer mal meine Stimme (im Badass Nachrichtensprecherinnen-Stil) hören wollte, kann sich gern den Radiobeitrag Die Banalität der Privatsphäre anhören. (Ab 00:46)

PPS: Aufmerksame LeserInnen haben bemerkt, dass sich  INNOCENT GLOW und das Panoktikum designtechnisch stark ähneln. War nicht meine Absicht, ehrlich. Ich wurde überstimmt. Direkte Demokratie.

Titelbild via kaboompics.com (CC0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.