Meine schönste Kindheitserinnerung… oder so

Huch, plötzlich ist der April schon fast vorbei und ich muss noch meinen Beitrag für die zweite Runde von Über den Tellerrand schreiben. Wäre arg peinlich, wenn die Organisatorin den Termin nicht einhält, nicht wahr?

Mein Thema stammt von Lisa:

Nach langem Grübeln und Durchforsten deines wunderbaren Blogs, habe ich mich für das Thema „Zeitreise: Meine liebsten Kindheitserinnerungen“ für die Blogparade „Über den Tellerrand“ entschieden und hoffe, dass dir genau jetzt beim Lesen dieser Mail schon ein paar Erinnerungen an deine Kindheit in den Kopf schießen :)

Und ich so: ääh. Irgendwie nicht.

Die ersten Kindheitserinnerungen, die mir in den Kopf schießen, sind alles andere als schön: Zum Beispiel durfte ich mal für ein paar Tage auf den Hund meiner Tante aufpassen, einen kleinen weißen West Highland White Terrier namens Charlie. Damals gab es einen Fernsehwerbespot für eine Hundefuttermarke, in der genau so ein Hund vorkam. Ich war überglücklich und freute mich auf die Zeit mit Charlie. Als es dann soweit war, ging ich mit ihm spazieren – und plötzlich lief er weg. Ich weiß nicht mehr, was genau passiert ist, aber irgendwie hat er mir die Leine aus der Hand gerissen und ist abgehauen. Man muss dazu sagen, dass wir an einer stark befahrenen Hauptstraße gewohnt haben… Ich war SO fertig und habe den kompletten restlichen Tag heulend im Bett verbracht. Charlie war weg! Meine Tante würde SO sauer auf mich sein! (Letztendlich ist der kleine Rabauke gar nicht weit gekommen und wurde von irgendwem (meinem Papa wahrscheinlich?) ganz schnell wieder eingefangen.)

disneyland
Goofy, oder: ein fremder Typ in einem Goofy-Kostüm.

Die nächste Fail-Kindheitsstory ereignete sich im Disneyland Paris – eigentlich ja DAS Traumziel für Kids, oder?! Dass ich überhaupt dorthin konnte, verdankte ich nicht nur einem, sondern gleich zwei glücklichen Zufällen. Soweit ich weiß, eröffnete damals in unserer Stadt ein neuer Baumarkt und veranstaltete ein Gewinnspiel oder einen Wettbewerb oder sowas. Meine Tante machte mit, gewann Tickets für eine Reise ins Disneyland – und konnte nicht teilnehmen, weil sie für diese Zeit schon Flugtickets für sich und ihre Kinder gebucht hatte. So fuhren meine beste Freundin, ihre Mutter, meine Mama und ich ins Disneyland Paris. Mit dem Bus. Ein Bus voller aufgedrehter Kinder, stellt euch das mal vor – ich erinnere mich nur noch dunkel an die Fahrt, aber sie war echt anstrengend. Im Disneyland ging ich meiner Mama hart auf die Nerven, weil sie mir unbedingt so ein Disney-Figuren-Autogrammbuch kaufen sollte. Sie weigerte sich und ich lieferte eine Szene wie ungefähr jedes quängelnde Nervkind an den vor Süßigkeiten überlaufenden Supermarktkassen. In der Retrospektive ist mir das ziemlich unangenehm, doch als ich mich neulich bei meiner Mama dafür entschuldigte, wusste sie gar nichts mehr davon. Glück für mich.

Auf jeden Fall liefen wir dann durch das Disneyland, eine riesige, dreckige, überteuerte Mausefalle für Touristen, und es kam, wie es kommen musste: ein Migräneanfall. Yeah. Mir ging es richtig scheiße, und inmitten von lärmenden Touris, blinkenden Fahrgeschäften und geruchsintensiven Fressbuden kann man ja kaum zur Ruhe kommen. Während sich meine damalige beste Freundin und ihre Mama in die ewig lange Schlange fürs 3D-Kino (3D, der neueste Shit!) einreihten, setzte meine Mama mich auf eine kleine Wiese gegenüber, damit ich mal kurz die Augen zumachen kann und die Kopfschmerzen hoffentlich besser werden. Nix da, es kamen irgendwelche Parkwächter und haben uns vom Rasen verscheucht. Doppelyeah. Wie genau der Ausflug ausging, weiß ich nicht mehr – aber „Disneyland“ ist für mich untrennbar mit „Migräne“ verbunden. Und in meinem Autogrammbuch haben auch nur die langweiligen Nebenfiguren unterschrieben, und nicht etwa Minnie Maus.

Hatte ich etwa eine blöde Kindheit?

Nee, Quatsch, eigentlich ja nicht. Mit ein bisschen Anstengung der grauen Zellen sind mir natürlich doch noch schöne Kindheitserinnerungen eingefallen: Viele kleine schöne Momente, aber eher aus dem Alltag: Schaukeln im Hof, Fahrradtouren zur Eisdiele in der Nachbarstadt,  am Sonntagmorgen Cornflakes essen und Cartoons gucken, Ausflüge in den Tierpark. Ein einziger super-duper-Moment ist mir leider nicht eingefallen. Sorry, Lisa.

Dafür kann ich aber die Sonderaufgabe erfüllen: Kinderfotos von Klein-Kato. Bekomme ich jetzt das Fleißbienchen in mein Heft gestempelt? (An dieser Stelle herzlichen Dank an meine Mama, die die Fotos rausgekramt und eingescannt hat!)

kinderfoto2
Ich hatte mal einen Wellensittich. Und bitte fragt mich nicht, warum der Industriesauger da im Wohnzimmer rumsteht.
Irgendwie habe ich auf jedem Foto einen Pony.. Daher also das Trauma
Irgendwie habe ich auf jedem Foto einen Pony.. Daher also das Trauma.

So, das war mein Beitrag für Über den Tellerrand – Runde 2. Schaut mal bei Sophie vorbei, ihr habe ich den Auftrag gegeben, uns etwas von ihrem wunderschönen Hund zu erzählen, der als Sidekick im ein oder anderen ihrer Fotos zu sehen ist: Die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft. Bernersennen-Babyfotos. Cuteness overload!

8 Kommentare

  1. Och süß, Disney Land ist ja der Traum jeden Kindes ;-)
    Schön wieder etwas in Erinnerungen schwelgen zu können, gell.
    Liebe Grüße Tanja

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  2. Hach du warst aber ein süßes Kind :)
    Schöne kleine Alltagsmomente finde ich so wichtig! Die machen eine schöne Kindheit doch aus. Die Lieblingseisdiele, der Sommer am Meer, Kochen mit Papa. Das ist so viel wert :)

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    1. Danke liebe Lina! Ja meine Mama hat mir noch mehr Fotos mit Alltagsmomenten geschickt – Urlaub, spielen etc.. Aber die gehörten mMn nicht auf den Blog.

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  3. Ach, was für süße Bilder! Ich wollte als Kind auch so gerne nach Disneyland, aber dann sind meine Großeltern – warum auch immer – alleine hin. MEINE GROSSELTERN!!! Ich verstehs bis heute nicht… Das ist quasi mein Disneyland-Trauma ;)

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  4. Hi Kato,
    dein Beitrag war wirklich unterhaltsam. Ich hatte ein ähnliches Hunde-Trauma: Ich führte mit einer Freundin den Nachbars-Hund gassi. Schlauerweise hatten wir dabei Inlineskates an. Es kam, wie es kommen musste: Hund sieht eine Katze auf der anderen Straßenseite, sauste los und die Leine rutschte aus meiner Hand. Natürlich kam ein Auto. Es bremste gottseidank einen Millimeter vor dem Hund, sodass nichts passiert ist. Danch war ich erstmal platt, das kann ich dir sagen! :)

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  5. Thihi, der Staubsauger sieht aus wie ein Dalek (Dr. Who…) ;-)

    Nach Disneyland wollte ich früher auch verdammt gern, irgendwie kam es aber nicht dazu… und ich fürchte, heute würde ich das ganze Theater da ähnlich nüchtern sehen wie du in der Retrospektive. ^^

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