København Diary – Tag 4: Malmö

Der letzte komplette Urlaubstag war für Malmö reserviert. Die südschwedische Stadt ist nur einen Katzensprung eine Fahrt über die Öresundbrücke entfernt. Die 2000 eröffnete und ganze 7,8 Kilometer lange Verbindung zwischen den beiden Ballungszentren Kopenhagen und Malmö hat sogar eine internationale Fernsehserie inspiriert: In Die Brücke – Transit in den Tod wird eine Leiche genau in der Mitte der Brücke, zwischen Dänemark und Schweden, abgelegt und zwingt damit die Behörden beider Länder, gemeinsam zu ermitteln. Die Serie gibt’s auf Netflix, guckt mal rein:

Die Brücke (2011), bisher zwei Staffeln. IMDB

Wenn die Polizei also nicht gerade auf der Brücke ermittelt, kann man sie entweder mit dem Zug oder mit dem Auto überqueren. Ganz billig ist der Spaß nicht: ein Zugticket für zwei Personen, Hin- und Rückfahrt, kostet 420 Kronen, rund 56 Euro. Ungefähr gleich viel kostet ein Autoticket, One-Way. Da der Malmöer (sagt man das so?) Hauptbahnhof zentral in der Innenstadt liegt und uns eine Bahnfahrt die leidige Parkplatzsuche erspart, stiegen wir also am Mittwochvormittag in den Zug gen Malmö.

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Von innen sind diese Züge recht schick (vergleichbar mit den neueren deutschen ICs) und auf der  Rückfahrt hatten wir sogar WLAN, aber die Fahrt selber war nicht gerade spektakulär. Die Schienen befinden sich nicht (wie bei anderen Brücken) in der Mitte der Autospuren, sondern auf der unteren Ebene. So sah man von der Brückenkonstruktion an sich nichts.

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Das Wetter in Malmö war ein Träumchen – wärmer und mit viel weniger Wolken als in Kopenhagen. Einen Plan mit Sightseeing-Spots, einer bestimmten Route oder to dos hatten wir uns nicht gemacht, sondern liefen erstmal Richtung Innenstadt. Am Gustav Adolfs Torg konnten wir eine Stadtkarte und einen Malmö City Guide mitnehmen, der einige Tipps enthielt. Das Viertel Davidshall südlich der Fußgängerzone wurde als aufstrebendes Hipster- und Künstlerviertel mit interessanten Läden beschrieben – der Liebste fand es vor allem „stinkig und langweilig“. Mich haben die Läden in diesem Viertel auch nicht wirklich angesprochen, wobei (Klamotten-)Shopping ja auch wirklich nicht das Ziel des Urlaubs darstellte. Einzig das im Alice-im-Wunderland-Stil dekorierte Schaufenster war ein Foto wert:

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this way, that way, wrong way

Auf der Suche nach gutem Kaffee folgten wir dem Rat des Guides und besuchten Barista. Ich freute mich dort, dass ich ein paar Duolingo-Schwedisch-Lektionen sei Dank den „Jordgubbe“-Smoothie als Erdbeer-Smoothie identifizieren konnte, entschied mich aber doch für Mango-Minze. (Interessante Kombi!)

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Barista, Södra Förstadsgatan 24, 211 43 Malmö

Wir schlenderten nördlich die Södra Förstadsgatan hinauf. Die Innenstadt von Malmö bietet zwar nicht so viele Geschäfte und Shoppingmöglichkeiten wie Kopenhagen, ist aber nicht so überfüllt und deshalb viel angenehmer abzulaufen. (Übrigens hatte ich den Eindruck, dass Shoppen in Malmö bzw. Schweden durch den Wechselkurs ein bisschen günstiger ist. Wenn ein Pullover etwa mit runden 200 Kronen ausgezeichnet ist, macht das in Dänischen Kronen über 26 Euro und in Schwedischen Kronen nur 21 Euro).

Bäume, viele Parkbänke und die Treppen am Kanal verleihen dem Zentrum ein gemütliches Flair. Man kann dort wunderbar am Wasser sitzen, ein Eis schlecken und den Leuten zugucken, die sich bei schönstem Sommerwetter in den Tretbooten einen abstrampeln. Zwischendurch fuhr mal ein Touristenboot vorbei, doch insgesamt ist Malmö natürlich nicht so sehr von Touris überrannt wie die dänische Nachbarstadt.

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Auf der Suche nach einem vegetarischen oder veganen Restaurant fürs Abendessen verließ ich mich diesmal nicht auf Yelp, sondern auf HappyCow – so landeten wir bei Kao’s. Die Speisekarte war nicht besonders umfangreich, dafür gab es eine große Auswahl an Limonaden, Säften und Bieren von kleinen Brauereien. Da mir sowohl auf der schwedischen als auch auf der englischen Speisekarte ein paar Zutaten nichts sagten (und ich bei Essen zugegebenermaßen pingelig bin und lieber auf Nummer sicher gehe), gab es wie am Vortag vegane Burger. Der Innenhof des Kaos nicht unbedingt suuupergemütlich, aber bei dem schönen Wetter war es auf jeden Fall schön, nicht drinnen sitzen zu müssen.

Für zwei Burger mit Süßkartoffelpommes mit Bier und Limo haben wir 340 (schwedische) Kronen bezahlt, also mehr als bei dem Burgerladen vom Vortag – allerdings ist das Kao’s auch ein richtiges Restaurant.

Kao's, Föreningsgatan 37, 211 52 Malmö

Apropos bezahlen: In Skandinavien kann man ja jeden Pups, auch Beträge unter einem Euro, mit Kreditkarte bezahlen. Quasi jeder Laden bietet die Zahlung per Kreditkarte an. Das kannte ich schon aus Island und das kam uns natürlich auch in Dänemark und Schweden sehr gelegen, da man sich so den Stress (und die Kosten) fürs Geld abholen oder –wechseln spart. Während unseres Tagesausflugs nach Schweden hatten wir also kein einziges Mal schwedische Kronen in der Hand! Wer Urlaub oder einen längeren Aufenthalt in Skandinavien plant und sich davor scheut, eine „normale“ Kreditkarte anzuschaffen, sollte mal zu sogenannten Prepaid-Karten recherchieren oder seine Bank fragen. Die funktionieren wie Prepaid-Handykarten, also durch eine vorherige Aufladung und verhindern so, dass man über sein Limit shoppt.

Am Abend fuhren wir dann mit dem Zug zurück. Die Öresund-Verbindung fährt bis spätabends alle 20 Minuten, deshalb muss man sich gar nicht stressen. Empfehlenswert für alle, die in Kopenhagen öfter den öffentlichen Nahverkehr nutzen möchten ist die App Rejseplanen – Name ist Programm.

Vom letzten Tag in København hatten wir nicht mehr viel – packen, das Apartment aufräumen und Proviant für über 1000 Autobahnkilometer kaufen standen auf der To-Do-Liste. Diesen vierten und letzten Kopenhagen-Posts schreibe ich grade während der Heimfahrt. Wenn ihr das lesen könnt, sind wir sicher zuhause angekommen ;)

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København Diary – Tag 1: Die größte Kletterhalle Skandinaviens

København Diary – Tag 2: Touri-Sightseeing per Fahrrad

København Diary – Tag 3: Christiania, Shopping & vegane Burger

København Diary – Tag 4: Ausflug nach Malmö [/blue_box]

Ein Kommentar

  1. Hallo Kato,

    Nach Malmö möchte ich auch gern mal – bzw. allgemein mal nach Schweden! Tolle Fotos und das mit der Zugverbindung ist auch ein guter Tipp!

    Wegen der Feta-Schiffchen, da weiß ich leider nicht, ob man die ohne Ei machen kann. Damit habe ich leider keinerlei Erfahrung. Aber vielleicht findest du was, wenn du einfach Ölteig ohne Ei googlest :)

    Liebe Grüße
    Jill

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