Mein erster Onlinekurs

Vor knapp einem Jahr veröffentlichte ich hier einen Artikel mit dem Namen „Meine erste Webdoku„. In der Zwischenzeit habe ich sogar zwei weitere Webdokus (ZuFlucht im Sommer 2016, ROT im Frühjahr 2017) erstellt. (Falls sich jemand von euch für Webdokus im Allgemeinen oder die Software Klynt im Speziellen interessiert, schreibt mir!) Wenn 2016 für mich das Jahr der Webdokus war, dann wird 2017 das Jahr des E-Learnings.

Im Dezember haben meine Projektpartnerin Luisa und ich uns für unser Masterarbeitsthema entschieden. Und ich verspreche euch: es wird groß. Und es wird gut!

In meinem Studiengang gibt es zum Glück die Möglichkeit, seine Abschlussarbeit als Praxisprojekt (z.B. Dokumentarfilm, Ausstellung, Kampagne) durchzuführen. Ganz ehrlich? Ich studiere doch nicht #irgendwasmitmedien, um dann 100 Seiten Theorie für die Schublade zu schreiben! Für mich war also klar, dass ich etwas Praktisches machen möchte. Das genaue Thema hat sich im Herbst wie von selbst ergeben. Zum Glück ist Luisa ebenfalls an Bord, denn allein wäre es definitiv nicht stemmbar. Unser Projekt ist ein Novum, denn soweit ich weiß gab es vorher noch kein E-Learning-Projekt am Institut. (Was genau wir machen, werde ich demnächst noch genauer zeigen.)

Beim Workshop für ehrenamtliche Deutschlehrerinnen

Ich hab’s hier auf dem Blog schon öfter erzählt, aber ich arbeite ja unter anderem als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache. Aus dem Studium und meiner Arbeitserfahrung habe ich viel Know-How gewonnen, wie man Unterricht und Workshops plant und durchführt – vor Ort. Diesen Prozess ins Internet zu verfrachten und E-Learning daraus zu machen, ist jedoch noch einmal eine andere Hausnummer. Im Herbst habe ich einige Webinare abgehalten (= Online-Seminare) und gemerkt, wie krass anders es ist, nur in eine Webcam zu reden und auf meinen eigenen Bildschirm zu starren, statt live mit den Leuten zu interagieren. Ganz ehrlich? Präsenz-Workshops machen viel, viel mehr Spaß – aber E-Learning hat einfach so viele Vorteile und die zeit- und ortsunabhängige Zugänglichkeit ist für mich das stärkste Argument, dieses Projekt zu realisieren.

E-Learning 101

Auf der Suche nach Antworten auf die Fragen „Wie kann man aus einem Präsenz- einen Online-Workshop machen?“ und „Wie sollen wir E-Learning didaktisch und methodisch aufbereiten?“ haben Luisa und ich viel gelesen, mit ExpertInnen gesprochen und Messen besucht.

Die verschiedenen Perspektiven waren bemerkenswert: Während E-Learning auf der Learntec als selbstverständlich galt und die Messeaussteller eine Art höher, schneller, weiter-Rennen in Bezug auf die Technik (VR, Mobile, Autorensoftware etc.) veranstalteten, spielte E-Learning bei der didacta noch eine Randrolle.

Während deutsche und internationale Online-Marketer Onlinekurse als das neue große Ding feiern und dabei lediglich über das Marketing und nicht über die Lernprozesse sprechen, diskutiert die Wissenschaft über Lerntheorien, den (Un-)Sinn von Neurodidaktik und weitere wenig praxisbezogene Phänomene.

Tja, und was machen wir jetzt daraus?
Wie lernen wir jetzt, wie wir unsere Inhalte gliedern und aufbereiten? Welche Medien wir nutzen sollen? Was bei unserer Zielgruppe gut oder schlecht ankommt?

Wir probieren es einfach aus.

Ja, es ist ein Mehraufwand, aber das praktische Eintauchen wird uns mit Sicherheit mehr bringen als weitere Recherche. Deshalb gibt es ab heute meinen ersten Onlinekurs:

Bloggen für Vereine und Hochschulgruppen

Der Kurs beinhaltet zwei meiner Lieblingsthemen: 1. Bloggen und 2. ehrenamtliches Engagement.

Der Onlinekurs Bloggen für Vereine und Hochschulgruppen (oder kurz: Bloggen für Vereine) ist aus einem Workshop heraus entstanden, den ich im Februar 2017 für einige Studis an meiner Uni gehalten habe. Es ging darum, wie man einen Blog nutzen kann, um Öffentlichkeitsarbeit für seinen Verein zu machen, ein studentisches Projekt zu dokumentieren oder eine Abschlussarbeit ins Netz zu bringen.

Diese Inhalte bereite ich gerade in Form von Videos und Arbeitsblättern auf und teste verschiedene Möglichkeiten für die technische Infrastruktur. Unser Ziel ist, dass sich mindestens 100 Leute für diesen Onlinekurs anmelden und wir dadurch Feedback zu mehreren Gestaltungsoptionen erhalten. Der Kurs besteht aus 10 Modulen von Blogzielen über Technik, Strategien für Inhalt und Gestaltung bis zur Vernetzung mit anderen BloggerInnen.

Warum erzähle ich euch das alles? Kurzfristig, weil ich hoffe, auf diesem Weg unsere Wunsch-Teilnehmerzahl zu erreichen. Und langfristig, weil ich ich keinen Bock auf diese oberflächliche und materialistische Bloggerwelt habe (siehe auch: Influencer & Prinzessinnen von Valeriannala) und mit Input über (Weiter-)Bildung, gesellschaftliches Engagement, Lernen und andere mir wichtig erscheinende Themen dagegensteuern möchte. Ihr auch? Dann macht meinen Kurs und lernt bei mir bloggen! (Was für eine charmante Überleitung!)


Onlinekurs Bloggen für Vereine und Hochschulgruppen

  • Anmeldung ab 23.03.2017
  • Kurs verfügbar ab 02.04.2017
  • kostenlos
  • Zielgruppe: Vereine, Hochschulgruppen, Initiativen, studentische Projekte, NGOs etc.
  • keine Vorkenntnisse notwendig

Anmeldungbloggen-fuer-vereine.de/anmeldung


Wenn ihr selbst Lust drauf habt oder jemanden kennt, für den dieser Kurs interessant sein könnte, würde ich mich total darüber freuen, wenn ihr mitmacht bzw. das Angebot weiterleitet!

Ich bin mega gespannt, ob und wie das klappt. Vielleicht wird es großartig, vielleicht wird es ein Flop. Aber ich bin total gespannt darauf, mehr zu lernen. Schreibt mir gern eure Tipps und Erfahrungen zu E-Learning und Onlinekursen!

  1. Wow, da hab ihr euch wirklich ein ganz schön großes Projekt für euren Abschluss ausgesucht. Aber wenn man wirklich an einem Thema interessiert ist, nimmt man den natürlich auch gern in Kauf. ;)
    Und generell finde ich es eh gut, dass ihr die Möglichkeit habt für den Master eine Praxisarbeit zu erstellen. Ich sehe das ähnlich: ansonsten schreibt man zig Seiten für die Schublade…

    Ich wünsch euch viel Erfolg bei Eurem Projekt/Kurs!

    Antworten

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