Quo vadis, Blog? Oder: ein Gruß an die Verwandtschaft

Liebe LeserInnen,

falls es außer meiner Mutter (Hallo Mama!) noch andere Menschen gibt, die regelmäßig auf diesem Blog vorbeischauen und es schade finden, dass hier seit einigen Wochen nichts mehr passiert – sorry! Und danke!

Ich möchte mich mal ein bisschen erklären, und weil es mir schwer fällt, meine Gedanken dazu aufzuschreiben, habe ich es lange aufgeschoben. Jetzt ist Silvester und es soll im Dezember 2015 zumindest einen einzigen Post auf INNOCENT GLOW geben.

Es folgt nun eine Reflexion, warum es hier in den letzten Wochen so ruhig war, was mich an der aktuellen Bloggerlandschaft stört und warum ich mir so viele Gedanken um Privatheit und Öffentlichkeit auf Blogs mache.

Ich entschuldige mich im Voraus für die wall of text.

 

Zeit

„Ich hab keine Zeit“ ist ja jedermanns liebste Ausrede und kann universell in jeder Situation eingesetzt werden. Und das Beste daran: im Subtext schwingt mit, dass man (a) viel arbeitet oder generell viel zu tun hat (fleißig, fleißig!) und dass man (b) ja liebend gerne der Tätigkeit nachgehen würden, wenn man eben, naja, Zeit hätte. Und schon ist man aus dem Schneider!

Ich könnte es mir jetzt also einfach machen und einfach schreiben, ich hätte keine Zeit für INNOCENT GLOW gehabt. Das stimmt so halb, weil ich in den letzten Wochen tatsächlich viel zu tun hatte (Umzug, Uni, spontan einen Nebenjob angenommen, viel für DaF für Flüchtlinge – Sprache ist Integration gemacht, Arzttermine, einen tagesfüllenden Workshop geplant und gehalten, …), aber ganz ehrlich, wenn man Zeit hat, How I Met Your Mother nochmal komplett zu gucken und grad irgendwo in Staffel 6 steckt, hat man auch Zeit, um alle paar Wochen einen Blogpost zu tippen. De facto habe ich das sogar getan, nur halt nicht veröffentlicht… Mehr dazu später.

Also, wie gesagt, Zeit wäre da gewesen, also nennen wir es anders: Prioritäten.

Ich habe meine Prioritäten einfach anders gesetzt, zum Beispiel lieber für DaF für Flüchtlinge recherchiert und geschrieben, als hierfür. So ähnlich ging es auch Rebecca, die schonungslos reflektiert, wie sich ihre Prioritäten durch die Flüchtlingskrise vom Modebloggen zur Menschlichkeit verschoben haben.

 

Das Blog-Design

Schon über ein Jahr lang benutzte ich das Theme Zuki von Elmastudio. Ich hatte es damals bereits kurz nachdem es rauskam installiert, weil mich der cleane Stil und die Möglichkeit der Startseitengestaltung überzeugten. Im Laufe der letzten Monate sah ich dieses Theme an jeder digitalen Ecke und es nervte mich nur noch.

Das Theme-Problem habe ich über die Weihnachtsfeiertage gelöst, als ich entdeckte, dass es gerade einen Mega-Weihnachtsrabatt auf PankoGut-Themes und –Bundles gibt. Das neue Gewand dieses Blogs heißt Charlotte, wurde noch ein wenig angepasst und gefällt mir viel besser.

 

Die Blogosphäre

Die bereits erwähnte Rebecca schrieb neulich auf Instagram: „Und manchmal wünsche ich mich in eine Zeit zurück, in der mir Selfies, Sneakers und Modezeitschriften noch wichtig waren.“

Modezeitschriften waren mir noch nie wichtig (man erinnert sich), aber die Grundstimmung teile ich mit Rebecca. Und in solchen Momenten ist die Oberflächlichkeit der meisten BloggerInnen schwer zu ertragen. Es fühlt sich an, als ginge es nur noch um Konsum und leichtverdauliche Lifestyle-Tipps, am besten in List Post-Format. 5 Vorsätze für das neue Jahr, 3 Must Have Lippenstifte für den Herbst, ihr wisst schon. Ich hasse List Posts mittlerweile wie die Pest. List Pest. Haha.

Dann noch die ganzen ungekennzeichneten, aber vollkommen offensichtlichen Kooperationen mit Firmen. Bitch please, ich weiß genau, dass du dir das nicht selber gekauft hast, oder warum du in deinem Rezept auf genau diesen Online-Shop verlinkst.

Zu guter Letzt: Produkttestblogger. Die Vorboten der Hölle. Testberichte zu Putzlappen, Handyhalterungen fürs Auto und Klosteinen. Ich fang gar nicht erst damit an…

Ich bin auf Facebook in diversen Blogger-Gruppen. Dadurch werden in meinen Feed täglich solche und noch schlechtere Blogpost gespült. „Na wenns dich nervt, tritt doch einfach aus oder gucks dir nicht an“ – klar könnte ich einfach aus diesen Gruppen austreten, aber dann würde ich auch die seltenen guten Posts verpassen. Und nur weil man etwas nicht mehr sieht, heißt es ja nicht, dass es nicht mehr da ist (Objektpermanenz und so).

Ehrlich gesagt ist dieser Trend ja auch verlockend. Einfach auf den Zug aufspringen und locker-flockiges, zuckerwatterosanes Lifestyle-Zeug posten. Im Entwürfe-Ordner sind tatsächlich schon einige angefangene Texte. Umzugs-Tipps und etwas zu meiner ersten online bestellten Brille, zum Beispiel.

Veröffentlicht habe ich dann doch nichts, weil ich hin- und hergerissen war (und bin) zwischen „ich muss ja mal wieder was posten“ und „das ist mir zu banal“, zwischen „ich würde lieber etwas mit mehr Substanz schreiben“ und „ich hab ja doch keine Zeit, regelmäßig längere/rechercheintensive Texte zu veröffentlichen“.

Dazu kommt der Erfolg der Lifestyle-Bloggerinnen, die zu Reisen und tollen Events eingeladen werden, die von Firmen nicht bloß ein Duschgel zugeschickt bekommen, sondern ein High-End-Smartphone, und denen sich durch ihren Blog einfach Chancen eröffnen. Mein Smartphone zickt immer öfter rum und gibt früher oder später den Geist auf. Wäre doch cool, wenn ich auch… Ein bisschen Neid ist menschlich, oder?

Ich muss natürlich einräumen, dass den besagten Lifestyle-Bloggerinnen diese Chancen, Erfolge und ihre Reichweite nicht einfach in den Schoß gefallen sind. Sie haben hart dafür gearbeitet, auch wenn es in ihren Texten halt um Beauty- oder Modetrends statt Zeitgeschehen geht, und die einzige politische Botschaft #prayforparis lautet. Zugriffs- und Followerzahlen zeigen ja schließlich, was die Masse will.

Ich möchte nicht meinen Alltag bei Snapchat mitfilmen. Ich halte meinen Modegeschmack nicht für besonders genug, um ihn online zu stellen. Niemand fragt mich unter meinen Instagram-Selfies nach meiner Lippenstiftmarke. Ich will mir keine Tulpen oder Sukkulenten kaufen, nur um mit Bildkompositions-Trends mitzuschwimmen.

Das bringt mich zu folgender Erkenntnis: Ich kann und will keinen Lifestyle-Blog betreiben. Also werde ich es auch gar nicht versuchen.

 

Apropos Snapchat und Instagram – das bringt mich zum [für mich] wichtigsten Punkt:

Öffentlichkeit

  • Welches Bild meiner Person zeichne ich durch meine Online-Aktivitäten?
  • Möchte ich, dass jemand meinen Namen googlet und eine Review zu einem Lippenstift findet?
  • Werde ich das, was ich bisher gepostet habe, mal bereuen?

Es dauert nicht mehr allzu lange, bis ich mit meinem Master fertig bin und mich nach einem „richtigen“ Job umsehen muss, also Vollzeit und so. Ihr wisst schon. Erwachsen werden. Rechnungen bezahlen. Meine erste Steuererklärung steht demnächst bevor, ich hab ein bisschen Bammel.

Und noch mehr Angst habe ich davor, dass ich jetzt irgendwas im Internet mache, womit ich Future-Kato schade, mir also ins eigene Fleisch schneide.

Ich sehe Bloggerinnen, die sich weigern, das nach dem Telemediengesetz erforderliche Impressum anzugeben – gleichzeitig aber in einer Roomtour ihr Zimmer zeigen. Jedem. Potentiell sieben Milliarden Menschen auf der Welt. Nunja, eine kurze Google-Suche später weiß ich, dass nur rund drei Milliarden davon Zugang zum Internet haben. Nur.

Es ist für uns so normal geworden, im Internet zu publizieren. Social Media, Kommentarspalten, der eigene Blog. Tagebuchartig werden Erlebnisse und Gedanken, Träume und Pläne, Erfolge und Rückschläge, Meinungen und Ratschläge mit der Community geteilt. Sind ja leider nur so wenige, die den Blog lesen. Einhundert bei Bloglovin, ein paar mehr bei Insta, noch ein paar auf anderen Kanälen. Kuschlig, überschaubar, bekannt. Mehr Follower bekommen wünschen sich doch alle. Den Blog bekannter machen lautet sicher der ein oder andere Blogger-Vorsatz.

Das potentielle Publikum außerhalb unserer Zielgruppe gerät leicht in Vergessenheit. Ich persönlich habe mir eine Regel aufgestellt: bevor ich einen Blogpost veröffentliche, gehe ich im Kopf eine Reihe von Menschen durch und überlege mir, ob es mir unangenehm/peinlich wäre, wenn diese Personen ihn in die digitalen Finger kriegen würden. Auf dieser mentalen Liste stehen unter anderem meine Mutter, mein (mittlerweile Ex-)Chef, ich in zehn Jahren und meine zukünftige Arbeitgeberin. Auch wenn ich versuche, alles kurz zu reflektieren und mir selber abzusegnen, fühlt es sich dann befremdlich an, wenn meine Verwandten mich für meinen Blog loben. Als ich über Weihnachten eine meiner Tanten wiedersah, waren „Hey Katrin, cooler Blog“ ihre ersten Worte. Wir haben diejenigen LeserInnen, die auch kommentieren (zu 99% andere BloggerInnen) auf dem Schirm – die anderen nicht. Vielleicht wird in ein paar Monaten ein potentieller Arbeitgeber meinen Namen googlen und auf diesem Text landen, und vielleicht wird er sogar bis zu diesem Abschnitt weiterlesen und dann hoffentlich schmunzeln. (Und an dieser Stelle: Liebe Grüße an die Verwandtschaft!)


 

Genau zu diesem Punkt, Öffentlichkeit und Privatheit auf dem Blog, hat Maria vom Unruhewerk eine Blogparade gestartet, die genau heute, am 31.12., endet und mir damit den perfekten Arschtritt gibt, das hier endlich mal zu schreiben und zu posten.

Maria hat einige Leitfragen vorgeschlagen, von denen ich mir nur einige rauspicken werde. Sind ja immerhin schon über 1300 Wörter bis hier. (An alle, die jetzt noch lesen: ihr seid super!)

 

Wie haltet ihr es mit der persönlichen Offenheit in eurem Blog?

Ich genieße es, auf meinem Blog eine Mischform aus objektiver Journalistin (z.B. bei den beyond  the hype-Recherchen zu Birkenstocks und YouNow) und subjektiver Bloggerin (z.B. bei meinem Kopenhagen-Reisetagebuch oder wenn ich Tipps zu Dingen, von denen ich ein bisschen Ahnung habe, abgebe) sein zu können.

Aber wo Subjektivität ist, ist auch Persönlichkeit. Wie ich da versuche, das richtige Maß zu finden, habe ich ja oben schon beschrieben.

[…]

Wünscht ihr euch, mutiger/offener im Netz zu sein, traut euch aber (noch) nicht?

Irgendwie ja, irgendwie auch nicht.

Ich versuche gerade, im Neuronenwirrwarr meines Hirns eine logische Begründung zu finden, warum es erstrebenswert sein sollte, als öffentliche Person im Netz zu stehen. Nachteile fallen mir problemlos ein… Ein Vorteil: Macht. Die Macht, andere Menschen (zum Positiven hin) beeinflussen zu können. Nein, beeinflussen klingt zu böse. Inspirieren. Inspirieren können, das wäre toll.

[…]

Oder habt ihr euer Blogthema von Anfang an schon bewusst so gewählt, dass ihr euch solche Fragen erst gar nicht stellen müsst? Wenn ja: Wie geht es euch damit? Fehlt euch da manchmal die „persönliche Note“?

Im Moment habe ich ja den reizvollen Kontrast, mit INNOCENT GLOW einen persönlichen Blog ohne festes Thema zu haben, und auf DaF für Flüchtlinge – Sprache ist Integration über ein klar umrissenes Themengebiet zu bloggen, das auch prima ohne irgendwelche Infos über mich auskommen würde. Dennoch versuche ich bei letzterem Projekt, Persönlichkeit mit hineinzubringen – aus dem einfachen Grund, dass ich persönlich auch bei den sogenannten Expertenblogs wissen möchte, wer sich dahinter verbirgt.

Wenn ihr andere Blogs anseht: Mögt und folgt ihr eher denen mit „persönlicher Note“ – oder lieber jenen, die (so weit das geht…) „neutral“ daher kommen?

Der Punkt geht an die persönliche Note – allerdings meine ich damit eben persönliche Gedanken und Meinungen. Sehr schön machen das die beiden Mädels von Like a Riot, die gerade nach Island auswandern und all ihre Erlebnisse der letzten Monaten immer in ganz wundervolle Worte verpacken, mit Schleifchen drum.


So, das wars. Wahrscheinlich sollten nun noch Versprechungen folgen, dass es in Zukunft hier wieder regelmäßig Input gibt. Das Versprechen kann und will ich aber nicht halten. Ich will erstmal schauen, was die nächsten Monate so bringen. Vielleicht habe ich ja ein paar gute Ideen für diesen Blog. Wenn nicht, ist das auch nicht so schlimm.

Habt ein schönes neues Jahr 2016,

Kato

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18 Kommentare

  1. Liebe Kato
    Es ist genau wegen solchen Artikel (ja, ich habe tatsächlich den ganzen gelesen), wieso ich es schade finden würde, wenn dein Blog verwaist. Du gibst mir immer wieder spannenden und wichtige Gedankenanstösse. Viele der Gedanken, über welche du schreibst, sind mir natürlich nicht fremd. Natürlich schielt jeder auf andere Blogs und fragt sich, wieso jemand anderes mit aus eigener Sicht banaleren Inhalten mehr Erfolg hat. Neid ist nichts schönes, aber man ist halt auch nur Mensch.
    Mein Maßstab für wie viel Persönliches ich auf meinem Blog preisgeben will, ist immer mein Chef. Ist es mir peinlich, wenn er einen Artikel lesen würde? Dann wird dieser nicht veröffentlicht. Damit bin ich bis jetzt ganz gut gefahren.

    Antworten

    1. Liebe Leah,
      wow, ich bin ein bisschen überrascht, dass tatsächlich Leute die wall of text lesen und dann auch noch etwas Kluges dazu hinterlassen. Es freut mich sehr (dumme Floskel, ist aber so), dass ich dir Gedankenanstöße geben konnte und hoffentlich auch in der Zukunft geben werde.

      Antworten

  2. Hallo liebe Kato, erst mal: Ein schönes neues Jahr, in dem Sinnvolles und Schönes problemlos zusammen kommen… Herzlichen Dank für deinen ungewöhnlichen und sehr überzeugenden Beitrag zu meiner Blogparade! Freue mich sehr darüber (auch wenn die Eile nicht nötig war, oder: Wer noch mitmachen möchte: deadline ist erst der 31. Januar…)
    Hab einen wunderbaren Jahresbeginn!
    Lieben Gruß
    Maria

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    1. Liebe Maria,
      vielen Dank! Oh, 31. Januar statt Dezember? Dann habe ich mir das falsch aufgeschrieben… Aber gut, sonst hätte ich es sicher auf „irgendwann im Laufe des Monats…“ verschoben.
      LG, Kato

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  3. Hey Kato :)
    Schöner Text! Ich bin leidenschaftliche Blogleserin (jetzt kommt das ABER) aber ich finde leider selten Blogs die mich packen. Das eben weil man quasi nur auf Fashion und Lifestyle Blogger fällt, ich aber diese ganzen oberflächlichen Lebensstile nicht wirklich mag und ich mich auch einfach nicht damit verbinden kann.
    Dein Blog dagegen gefällt mir und ich mag deinen Gedankengang beim Lesen zu verfolgen:)
    Bitte mach weiter denn sonst hört ein „Nicht-Fashion-Blogger“ nach dem anderen auf und dann bleibt mir Garnichts mehr zu lesen;)
    Ich für meinen Teil habe mich vor ein paar Wochen ans Bloggen gegeben, eben weil ich versuchen will einen Blog zu schaffen der den Fashion Blogs trotzt;) ich denke nicht dass es mir gelingt aber die Hoffnung stirbt zuletzt;)
    Bis dann und schönes Jahr 2016
    Tine (Tinesideen.blogspot.com)

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    1. Liebe Tine, vielen Dank für deinen Zuspruch und viel Erfolg mit deinem Nicht-Fashion-und-Lifestyle-Blog!

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  4. *wink* hier ist die Lifestyle Bloggerin… oder so.
    Nein ernsthaft jetzt. Dieser Blogpost ist einfach perfekt. Er beschreibt eigentlich genau das was ich mir manchmal denke. Ich mein eigentlich bin ich genau in dem Bereich angesiedelt, den du auch kritisierst. Aber die Kritik ist sowas von gerechtfertigt.
    Ich verstehe es nicht wie man es nicht schaffen kann ein Impressum zu haben, Kooperationen zu kennzeichnen oder oder oder. Das ironische an dieser Sache ist auch, dass eben solche Blogger dann einen beruflichen Weg einschlagen wollen bei dem genau sowas extrem wichtig ist.
    Inzwischen denke ich auch öfters nach was ich poste – vor allem wenn es persönliche Beiträge sind. Ich lösche oft Dinge wieder, weil ich nochmal darüber nachdenke was mein Chef sagen würde. Manche mögen das feige nennen, ich nenne es vernünftig, weil ich eben keine Bloggerin bin die davon leben könnte.
    Und zum Abschluss ich bin froh dass du keine Lifestyle Bloggerin bist, denn die Art und Weise wie du deinen Blog führst ist einfach einmalig und dein Schreibstil ist genau für solche Texte geschaffen. Mach weiter so!

    Grüßchen Anni :)

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    1. Liebe Anni,
      ich habe vorhin noch darüber nachgedacht, dass sich jetzt bestimmt die ein oder andere Lifestyle-Bloggerin auf den Schlips getreten fühlt. Dabei bin ich gar nicht per se gegen Lifestyle- oder Modeblogs, sondern die Oberflächlichkeit und Banalität.. Ich habe mir zum Beispiel einen Spaß draus gemacht und wette immer gegen mich selbst, wenn ich in einer Facebook-Bloggergruppe einen List Post sehe, ob ich alle 5/10/… Punkte errate. Wenn der Titel zum Beispiel lautet „5 Fashion-Trends im Herbst“ zähle ich gedanklich auf: „Ponchos, Boots, dunkle Lippenstifte, Hüte, Fake Fur“ und schaue, ob ich richtig liege :D Gut, bei diesem Beispiel kann man ja noch streiten, aber Blogposts alá „Die drei ultimativen Tipps für schöne Haut“ die dann als drei Wunderwaffen genug Schlaf, eine gesunde Ernährung und regelmäßiges Abschminken nennen, lassen mich nur den Kopf schütteln. Wie kommt man auf den Gedanken, sowas einfallsloses zu veröffentlichen?!
      Innovative Lifestyle-, Schmink-, Fashionblogs verfolge ich gerne.

      Aber ich glaub, du hast ja verstanden, was ich meine, und fühlst dich da nicht in irgendeiner Art und Weise angegriffen.

      Und etwas wieder zu löschen würde ich auf jeden Fall feige nennen – es ist ja dein gutes Recht, Dinge, die du ins Internet gestellt hast, auch wieder herauszunehmen. Ob es in der Zwischenzeit schon irgendwo rezipiert oder reproduziert wurde, ist dann eben die andere Frage…

      Liebe Grüße! (und danke für „dein Schreibstil ist genau für solche Texte geschaffen“, das geht runter wie Öl :))

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  5. Ich habe deinen Beitrag gerade so verschlungen! Einfach, weil ich dir in vielen Punkten wirklich zustimmen kann. Ich selbst stecke iwo zwischen Lifestyle-Bloggerin, die auch über seichtere Themen schreiben , aber gerne auch wichtigere Themen ansprechen mag.
    Dabei habe ich allerdings nicht so eine „Angst“, wie ich sie nennen mag gegenüber meines zukünftigen Arbeitgebers zum Beispiel. Dennoch denke ich mir immer mal wieder: Ist dieser Beitrag überhaupt relevant? Braucht man einen weiteren Beitrag zu Nagellacken oder Lippenstiften, von denen es eigentlich schon unzählige in der Blogosphäre gibt? Immer öfter ertappe ich mich dann dabei, wie ich mich für das „Nein“ entscheide und diese Themen auch immer mehr ausdünnen. Generell fällt mir das 2015 sehr auf, allein wie viele Blogger negativ auf dieses Jahr zurückblicken, finde ich interessant.

    Jetzt wünsche ich dir erstmal ein frohes neues Jahr und freue mich auf die Posts von dir, bei denen du dich schlussendlich für „Veröffentlichen“ entscheidest. Denn ich gehöre auch zu denjenigen, die deine Beiträge vermisst hat! :)

    Liebe Grüße,
    Vita

    Antworten

  6. Moin Moin,
    g`sunds Neues!

    Zu der Debatte „Mehr Persönlichkeit zeigen ja oder nein“, kam mir spontan der Einfall: Die Frage was wäre wenn der Chef einen googelt. Muss man sich wirklich dafür verteidigen einen Blog zu führen, der weitreichende Gebiete abdeckt, der zeigt, dass man sich mit Dingen beschäftigt, sich weiterbildet, ect. oder sollte man dies nur, wenn man belangloses Zeugs verbloggt, wie Make-Up?
    Aber ist Make-Up belanglos?

    Ich stellte mir oft die Frage, was passiert, wenn Youtube-Größen mal keine Youtube-Größen mehr sind: Dner, Unge und Co.
    Nur die wenigstens haben eine abgeschlossene Ausbildung oder Studium (zb. Unge), trotzdem, denke ich nicht, dass sie so schnell in der Arbeitslosenquote auftauchen werden – ich denke, sie haben dann doch schon zu große Kenntnisse über die Gesellschaft und Kontakte gesammelt, als dass dies passieren würde.

    Es heißt ja sogern: Wo sich eine Tür schließt öffnet sich eine andere.
    Es ist also die Frage: Welche Tür soll sich schließen und welche Tür soll sich öffnen.

    Grüße

    Antworten

    1. Moin Christiane!
      Mit Dner, Unge & den anderen YouTuber-Größen sprichst du ein interessantes Thema an. Analog dazu die Vollzeit-Bloggerinnen.. Masha Sedgewick zum Beispiel, Jana von bekleidet und wen es da noch so gibt.
      Ich denke, bei denen kommt es einfach auf die nächsten paar Monate/Jahre an. Du hast Recht: Wenn sie sich geschickt anstellen, nutzen sie ihr/e/n bisherige Reichweite/Community/Netzwerke/Branchen-Wissen/magischen Feenstaub, um auch in Zukunft, wenn der eigene Kanal oder Blog nicht mehr im Fokus steht, in der Medienbranche überleben zu können. Aktuell kommen ja zum Beispiel mehrere YouTuber-Kinofilme raus, ansonsten landen viele Ex-Profibloggerinnen bestimmt mal im PR-Bereich. Jemandem, der davon leben konnte, muss ein Blog ja auch nicht mehr peinlich sein, selbst wenn man irgendwann mal wieder einen „normalen“ Job machen will und der Chef im Vorfeld des Vorstellungsgespräches den Blog via Google entdeckt. Finde ich zumindest. Gar nicht erst einen Schulabschluss zu machen oder eine Ausbildung/ein Studium zu absolvieren, ist allerdings bededenklich…
      Viele Grüße!

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  7. Hut ab! Super geschrieben… Das hat mich auch sehr nachdenklich gestimmt… Und du hast recht, nicht jeder Arbeitsgeber reagiert positiv darauf.

    Liebe Grüsse
    Michaela

    Antworten

  8. […] „Ich versuche gerade, im Neuronenwirrwarr meines Hirns eine logische Begründung zu finden, warum es erstrebenswert sein sollte, als öffentliche Person im Netz zu stehen. Nachteile fallen mir problemlos ein… Ein Vorteil: Macht. Die Macht, andere Menschen (zum Positiven hin) beeinflussen zu können. Nein, beeinflussen klingt zu böse. Inspirieren. Inspirieren können, das wäre toll.“ Kato von Innocent Glow […]

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