København Diary – Tag 2

Der Sonntag ist wohl nicht gerade der geschickteste Wochentag für die erste Zeit in Kopenhagen – deshalb waren wir umso gespannter, am Montag die Innenstadt (inklusive geöffneter Geschäfte) zu erkunden. Am Vormittag war ich allerdings alleine (der Liebste schlief noch) bei TIGER hier in Nørrebro.  TIGER ist ein dänischer Krimskramsladen, bei dem es alle möglichen nützlichen und unnützen Dinge (z.B. Bad- und Küchenartikel, Schreibwaren, Kleinelektronik, Spielsachen, Süßigkeiten, …) relativ günstig und in schönen Designs gibt. In Island kennen- und lieben gelernt, habe ich TIGER in Deutschland vermisst – es gibt zwar ein paar Filialen, aber afaik nur in Norddeutschland.

Fahrrad fahren in Kopenhagen

… ist genial!

Doch von vorne: Am Mittag wollten wir mit dem Fahrrad ins Zentrum – rund 5km, eben, die Nørrebrogade entlang, über die Brücke und quasi nur noch geradeaus. Easy! Das war zumindest der Plan.

Die beiden Fahrräder, die zu unserer Airbnb-Wohnung gehören, machten uns erstmal einen Strich durch die Rechnung, weil beide viel zu hoch für mich (und generell in einem fragwürdigen Zustand waren). Ganz in der Nähe befindet sich jedoch ein Fahrradverleih und -verkauf und der Mitarbeiter war so nett, mir den Sattel zu verstellen. Wir fuhren los und stellten schnell fest, dass an meinem Rad die Gangschaltung nicht funktioniert (immerhin noch 2 von 7 Gängen) und an dem anderen weder Gangschaltung noch die vordere Bremse. Yeah…

figurAn unser Ziel kamen wir trotzdem, den Kopenhagener Radwegen sei Dank. Die gibts anscheinend parallel zu allen größeren Straßen und sind so breit, dass drei Radfahrer nebeneinander fahren könnten. So ist es kein Problem, langsamere Radler zu überholen oder selbst überholt zu werden. Es sind echt jede Menge Leute mit dem Rad unterwegs und die Autofahrer sind es auch dementsprechend gewohnt, auf sie Rücksicht nehmen zu müssen. Ich bin wirklich kein Radfahr-Fan, aber in Kopenhagen hat das Radeln wirklich Spaß gemacht!

Ich würde es jedem Besucher empfehlen, Kopenhagen mit dem Rad zu erkunden – Verleihstellen gibt es ungelogen an jeder Stelle und wer sich nach ein bisschen mehr Komfort sehnt, kann ein weißes City Bike mit Elektroantrieb und Navigationsgerät ausleihen.

Zwischenstopp im Zentrum

Auf dem Weg in die Innenstadt haben wir nahe der Nørreport Metro Station eine kleine Kaffeepause eingelegt. Es gibt dort zwei große Markthallen mit allen möglichen Ständen. Kaffee, Gemüse, Wein, organic food und so weiter. Am Isreaels Plads nebenan konnten wir Skater, Fußball spielende Kinder und Dänen beobachten, die einfach nur auf den Treppenstufen saßen und quatschten. Auf der anderen Seite des Platzes beginnt eine Parkanlage (Ørstedsparken).

skater
Eine halbe Sekunde später hat er das Gleichgewicht verloren, hehe

Shoppingparadies Kopenhagen?!

Ein bisschen weiter stadteinwärts haben wir unsere Fahrräder dann am Gammeltorv (Old Market), einem Platz mit Brunnen, abgestellt und sind zu Fuß die Haupteinkaufsstraße und Fußgängerzone Strøget entlanggelaufen.  Mein erster Gedanke: Shit, ist es voll hier! Menschenmassen sind ja nicht so mein Ding. Witzigerweise war es aber immer nur für ein paar Meter sehr voll, dann hat es sich wieder entspannt. Schuld waren in der Regel IdiotInnen, die in die falsche Richtung liefen, Kinderwägen oder (im schlimmsten Fall) falsch laufende IdiotInnen mit Kinderwägen.

Von H&M bis Louis Vuitton waren alle möglichen Marken vertreten, sowohl bekannte internationale, als auch skandinavische Shops. Auch wenn mich prinzipiell diejenigen Läden, die in Deutschland nicht oder nur weiter weg ansässig sind, gereizt haben (Urban Outfitters, Topshop, Gina Tricot, …), hatte ich trotzdem keine Lust auf Shopping. Zum einen waren die Läden nicht gerade leer und zum anderen ist hier alles ziemlich teuer. Wer ein größeres Shopping-Budget mitbringt, wird in Kopenhagen aber sicher fündig!

streetart
Seifenblasen-Streetartist in der Fußgängerzone

Nyhavn & Schlossplatz

Unser nächstes Ziel war Nyhavn, dieser kleine Hafen mit den bunt angemalten Häusern, der auf ungefähr jeder Touri-Postkarte und jedem Stadtführer abgedruckt ist. Ehrlich gesagt war ich hier ziemlich enttäuscht. Die bunten Häuschen sind nett anzusehen, ja, aber es war wieder mega crowded und ungemütlich. Massen von Touris, die sich parallel zum Kanal gegenseitig die Füße platt traten und die Stühle der Restaurants bevölkerten; Bootstour-Anbieter, die marktschreierisch ihre Touren bewarben; Schlangen an Eisbuden, Kaffeeständen und eben jenen Touri-Booten. Schnell weg hier!

nyhavn
Touristenmassen am Nyhavn
schlossplatz
Blick auf die Frederiks Kirke

Weiter zum Amaliehaven und über den Amalienborg Slotsplads (grimmig schauende Soldaten mit Bärenfellmützen!) in ein schickeres Stadtviertel mit Botschaften und teuren Autos. Als sich unsere Mägen knurrend zu Wort meldeten, suchte ich abermals via Yelp nach vegetarischen Restaurants – und Yelp lotste uns zu Smag.  Ich hatte ein Squashfrikadellen-Sandwich mit Kürbisbratling, Aubergine, Feldsalat, Minze und Sonnenblumenkernen, der Liebste einen großen Salat.

sandwich
Sieht nicht so lecker aus, wars aber: Sandwich mit Kürbisbratling

Das war ganz lecker, aber auch nicht billig. Außerdem sind wir auf dem Weg zu Smag noch an diversen anderen Bistros und Restaurants vorbeigelaufen – warum hat Yelp uns diese verschwiegen..? Naja, zurück zum Fahrrad und zur Wohnung (mit drei Mal herausgesprungener Kette…), letztes Ziel für heute: der Supermarkt. Bis auf die Frage, welches Wasser jetzt Kohlensäure und welches keine enthält, war das Einkaufen kein Problem (merke: blid brus heißt mit Kohlensäure!). Bezahlen kann man eigentlich überall problemlos mit Kreditkarte. So spart man sich die Servicegebühr beim Geldabheben oder -wechseln, und hält an der Kasse nicht den Verkehr auf, weil man ewig mit den fremden Münzen herumhantiert.

Farvel så længe!

amhafen

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København Diary – Tag 1: Die größte Kletterhalle Skandinaviens

København Diary – Tag 2: Touri-Sightseeing per Fahrrad

København Diary – Tag 3: Christiania, Shopping & vegane Burger

København Diary – Tag 4: Ausflug nach Malmö [/blue_box]

6 Kommentare

  1. Tolle Bilder! Bin echt beeindruckt von deinen Fotokünsten. Wor wollen auch unbedingt mal wieder nach Dänemark. Zwar zum Angeln, aber dieses mal wollen wir auch viel von de Sehenswürdigkeiten sehen :)

    LG
    Alex

  2. Da ich dieses Jahr selbst erst in Kopenhagen war, finde ich es sehr spannend zu lesen, wie jemand anderes diese tolle Stadt erlebt, und zu sehen, wie er sie fotografiert. Einen Ausflug nach Dragør, einem Fischerdörfchen auf Amager kann ich sehr empfehlen, wenn man einmal aus der Stadt rauskommen muss.

    1. Wir waren gestern in Malmö, auch eine schöne Abwechslung von der Stadt. Fotografisch hat mich Kopenhagen irgendwie null gereizt, obwohl ich beide Kameras (DSLR und analog) eingepackt hatte.. Deshalb hab ich auch leider nur ein paar Schnappschüsse zum Zeigen.. LG!

  3. Wundervolle Fotos! Ich war auch letztes Jahr in Kopenhagen und liebe es, mir immer die Reiseberichte von anderen durchzulesen. :)

  4. Oh sind das wundervolle Eindrücke! :) Ich war noch nie in Kopenhagen, aber bei dem Anblick sollte ich mir das vielleicht nicht entgehen lassen :)

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