København Diary – Tag 3

Für Dienstagvormittag war Regen angesagt, deshalb konnten wir ohne schlechtes Gewissen ausschlafen und faulenzen. Der kletterverrückte Herr wollte die Kletteranlage hier im Viertel ausprobieren. In der Nørrebro-Halle gibt es mehrere Sportanlagen, unter anderem eine Kletter- und Boulderwand. Eigentlich für Mitglieder des Nørrebro klatreklubs (Kletter-Klubs), können auch Externe die Anlage mit einer Tageskarte (50 Kronen) nutzen.

Innenstadt, 2. Versuch

Ich machte mich in der Zwischenzeit mit dem einigermaßen funktionierenden Fahrrad auf den Weg in die Innenstadt. Ziel war die Freistadt Christiania, eine alternative und unabhängige Siedlung mitten in Kopenhagen. Allerdings konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, zumindest kurz bei denjenigen Geschäften vorbeizuschauen, die es in D oder zumindest in meiner Nähe nicht gibt. Urban Outfitters war ziemlich überfüllt und bei Gina Tricot war ich total enttäuscht von der billigen Qualität der Stoffe. Als ich das letzte Mal dort war (in Dortmund, glaube ich), gab es dort coole Schnitte aus, nunja, normalen Stoffen. Jetzt war alles aus billiger Viskose und anderen künstlichen Materialien.

Hellauf begeistert war ich jedoch von HAY, die in Kopenhagen eine große und eine kleine Filiale haben und anscheinend vor allem Interior-Artikel führen. In der Pilestraede gab es wundervolle Schreibwaren! Meine Notizbuchsammlung wurde durch zwei wundervolle Exemplare in DIN A5 erweitert und ein schöner Stift in einem hellen Marsala-Ton durfte auch mit.

rps20150722_222944_813
rps20150722_223106_372

Notizbücher: 39DKK,  Stift: 10DKK

 HAY, Pilestraede 29-31, 1112 Kopenhagen

Auf dem Rückweg zum Fahrrad kam ich an einer kleinen Bude mit belgischen Waffeln vorbei, an der es am Tag zuvor schon fantastisch gerochen hat. Die mit Schokolade gefüllte Waffel war mir einen Tick zu fettig, aber trotzdem lecker. Mit dem Rad ging es dann weiter nach Christiania. Mit der Karte war der Weg kein Problem – die Innenstadt ist echt nicht sonderlich groß und mit einem voll funktionstüchtigen Rad hätte die Fahrt sicher richtig Spaß gemacht.

rps20150722_224025_346

In Christiania

An einer Ecke tummelten sich Radfahrer,  Straßenverkäufer, auf Kundschaft wartende Rikshafahrer, Touristen und zwielichtige Gestalten. Dass ich richtig war, roch ich sofort an dem krassen Geruch nach Gras.

Durch einen Torbogen hindurch, auf dem „Beware of the dragons“ stand, ging es rein. Bunt angemalte, baufällige Häuser und verschlungene Wege zwischen Gruenflaechen, auf denen Leute sich sonnten dominierten den ersten Eindruck. An eine Hauswand war in diversen Sprachen der Hinweis auf die Steine gemalt, dass man doch bitte eine Folksaktie kaufen solle, um Christiania zu unterstützen. So weit, so witzig… Doch nur ein paar Meter weiter (der Weg wurde von einer Skateanlage durchtrennt, bei der man warten musste, bis der Skater auf eine andere Rampe wechselt) gab es eine regelrechte Christiania Souvenier-Bude. Bedruckte T-Shirts, Schlüsselanhänger oder anderes Merch? Kein Problem! Der Eindruck, dass es in dieser Freistadt ganz schoen kommerziell zugeht, verstärkte sich noch durch die vielen Restaurants\Bistros und die Straßenstände mit Schmuck und Krimskrams im Green Light District. In diesem Bereich war es verboten, Fotos zu machen (3 Regeln – have fun, don’t run, no photos), doch ich hatte schon vorher darauf verzichtet, Handy oder DSLR aus der Tasche zu holen. Im Green Light District gab es kleine Verkaufsstände an denen nicht eindeutig ausgeschilderte Waren (Drogen? Ich kann mir nichts anderes vorstellen) vertickt wurden, von zum Teil vermummten Verkäufern. Der beißende Grasgeruch an jeder Ecke ging mir auf die Nerven (ich hasse den Geruch!) und ich machte mich ziemlich schnell wieder vom Acker.

Vegane Burger im Herzen von Norrebro

Auf der Suche nach einem Ort fürs Abendessen, der vegetarische oder vegane Gerichte anbot und in Laufweite unserer Wohnung lag (kaputtes Fahrrad und so), stießen wir auf Astrid och Aporna. Der Burger- und Hotdog-Laden liegt nahe des Nørrebroparken und ist so klein, dass man ihn beinahe uebersieht. Obwohl die Gegend nicht direkt an die lebhafte Nørrebrogade grenzt und auf der Karte wie ein reines Wohngebiet aussah, gibt es dort diverse Lokale und kleine Läden, in denen zum Beispiel Kunstdrucke verkauft werden.

rps20150722_224126_558
„You can’t believe it’s not dead!“

Unsere Burger (Sweet Monkey Grillburger) waren lecker und der Angestellte superfreundlich, obwohl er alleine war und dementsprechend alle Hände voll zu tun hatte! Für zwei Burger, eine Portion Pommes und zwei Getränke haben wir 170 Kronen bezahlt – voll in Ordnung im teuren København.

Astrid och Aporna - Jaegersborggade 39

[blue_box]

København Diary – Tag 1: Die größte Kletterhalle Skandinaviens

København Diary – Tag 2: Touri-Sightseeing per Fahrrad

København Diary – Tag 3: Christiania, Shopping & vegane Burger

København Diary – Tag 4: Ausflug nach Malmö [/blue_box]